"Von Mobbing kann nicht die Rede sein"

ST.GALLEN. Keine Ruhe im Streit um einen Mathematiklehrer der Kantonsschule Sargans: Das Bildungsdepartement des Kantons St.Gallen weist den Vorwurf zurück, der Mann sei gemobbt worden. Gleichzeitig nimmt es den Kanti-Rektor in Schutz.

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An der Kantonsschule Sargans gibt es Probleme, die sich um einen Mathematiklehrer drehen. (Bild: Ralph Ribi)

An der Kantonsschule Sargans gibt es Probleme, die sich um einen Mathematiklehrer drehen. (Bild: Ralph Ribi)

Seit einigen Tagen sorgt der Fall eines langjährigen Lehrers an der Kantonsschule Sargans für Schlagzeilen. Über 20 Jahre unterrichtete der Mann dort Mathematik - bis vor rund einem Jahr: Nachdem gegen ihn vom Rektor über Jahre kontinuierlich Druck aufgebaut worden sei, wie er sagt, eskalierte die Situation schliesslich: Der Mann erlitt einen Nervenzusammenbruch und ist aktuell krank geschrieben. Nun lässt sich erstmals das kantonale Bildungsdepartement zum Fall vernehmen.

"Problem besteht seit Jahren"
"Es geht um einen Mathematiklehrer, der fachlich sehr gut qualifiziert ist, dessen Unterricht indessen für die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler als überstreng und unflexibel und damit methodisch-didaktisch als nicht stufengerecht beurteilt wird", heisst es im Communiqué, das am Montag veröffentlicht wurde. Das Problem besteht laut dem Bildungsdepartement seit Jahren und sei Gegenstand anhaltender Klagen von Schüler- und Elternschaft.

Die Schulleitung habe zusammen mit dem Lehrer immer wieder nach Lösungen gesucht, um die Situation innerhalb der Anstellung zu verbessern, teilt das Bildungsdepartement weiter mit. Nachdem sich kein nachhaltiger Erfolg eingestellt habe, sei im Interesse der Schülerinnen und Schüler nach einer arbeitsrechtlichen Lösung zu suchen. Das Bildungsdepartement stellt in diesem Zusammenhang fest, ein Gymnasium solle anspruchsvoll, aber nicht so streng wie eine ETH sein.

"Greift Rektor seit längerem an"
"Anstellung und Entlassung der Mittelschul-Lehrpersonen sind Sache des vom Erziehungsrat gewählten und von der Regierung bestätigten Rektors", schreibt das Bildungsdepartement weiter. Die arbeitsrechtlichen Zuständigkeiten seien mit dem XII. Nachtrag zum Mittelschulgesetz vom Erziehungsrat gelöst und dezentral auf die Schulen übertragen worden. Gemäss dem Bildungsdepartement arbeitet der Rektor mit Unterstützung der kantonalen Stellen nach wie vor darauf hin, eine für alle Beteiligten und nicht zuletzt auch für den Lehrer selbst akzeptable Lösung zu finden. "Von Mobbing kann nicht die Rede sein", heisst es im Communiqué.

Zurzeit sei der Lehrer krankgeschrieben und daher nicht arbeitsfähig, teilt das Bildungsdepartement weiter mit. Es sei ihm unverzüglich mitgeteilt worden, dass während einer Krankheit eine Arbeitgeberkündigung unzulässig und daher keine Option sei. "Der Lehrer ist im Übrigen von Beginn weg anwaltlich verbeiständet und greift den Rektor seit längerem mit allen juristischen Mitteln an", schreibt das Bildungsdepartement.

"Unsachliche Angriffe"
Abschliessend bedauert das kantonale Bildungsdepartement, dass in der Berichterstattung des St.Galler Tagblatts der Rektor und der Leiter des Amtes für Mittelschulen auf der persönlichen Ebene angegriffen würden. "Diese Angriffe sind erkennbar unsachlich und tragen nichts zur Lösung bei, sondern erschweren diese", schreibt das Bildungsdepartement. Der Rektor und der Amtsleiter stünden im Vertrauen des Bildungsdepartementes. (pd/red.)