Von "Heuchelei" bis "vorbildlich"

ST.GALLEN. Die St.Galler Kantonspolizei macht im Internet auf die Standorte ihrer semistationären Radaranlagen aufmerksam. Die Reaktionen darauf auf Tagblatt Online und Facebook sind nicht nur positiv.

Merken
Drucken
Teilen
Die Veröffentlichung der Standorte soll der Verkehrssicherheit dienen. (Bild: Ralph Ribi)

Die Veröffentlichung der Standorte soll der Verkehrssicherheit dienen. (Bild: Ralph Ribi)

"Die Standorte der mobilen Radaranlagen, die als Abzocke gelten, wären viel wichtiger." "Diese Offenheit ist zu begrüssen. Gratulation!" Die Reaktionen in den Kommentarspalten und auf Facebook zur Veröffentlichung der Standorte der halbstationären Radaranlagen der Kantonspolizei St.Gallen sind gemischt.

Die Polizei will mit der Aktion aufzeigen, dass es ihr bei den Geschwindigkeitskontrollen um die Sicherheit und nicht um Mehreinnahmen geht. Das sehen nicht alle Autofahrer so: "Die Publikation macht die betreffenden Standorte nur unsicherer als sie es schon sind. Schliesslich schaut nun jeder, der vom Blitzer weiss, auf den Tacho statt auf die Strasse", schreibt jemand auf der Facebook-Seite der St.Galler Kantonspolizei. Ein anderer Leser meint, dass nun Autofahrer kurz vor den Radaranlagen "noch schnell auf die Bremsen gehen und danach wieder drauflos drücken".

"Reine Heuchelei"
"Geschwindigkeitskontrollen bringen nur etwas, wenn es den Fahrer immer und überall erwischen kann", heisst es in einem anderen Kommentar auf Facebook. Als "reine Heuchelei" wird die Veröffentlichung ebenfalls bezeichnet: "Es ging und geht nur um die Mehreinnahmen. Dass sich die Polizei selbst dazu genötigt fühlt, das Fussvolk mit solchen Massnahmen zu besänftigen, zeigt die Wahrheit dahinter. Der öffentliche Druck war schlicht zu gross."

Mehrheitlich sind die Reaktionen auf die Veröffentlichung jedoch positiv. So schreibt eine Person auf Facebook: "Ein Beispiel für alle Kantonspolizeien in der Schweiz." Dass nun teilweise die Kantonspolizei kritisiert wird, verstehen nicht alle: "Die Polizei kann machen, was sie will. Die Nörgeler werden nie aussterben. Hätte die Polizei die Standorte nicht veröffentlicht, würden die kritischen Stimmen genauso ertönen. Von denselben Personen."

Auf Unverständnis stösst bei einigen die Bestimmung, dass nur die Polizei die Standorte melden darf: "Diese Doppelmoral ist man sich eher aus den USA gewöhnt. Entweder jeder darf vor allem warnen oder es bleibt so, wie es ist."

Polizei soll Kasse füllen
Einen guten Rat gibt es von diesem Facebook-Nutzer: "Wie wäre es, wenn man sich einfach an die erlaubte Geschwindigkeit halten würde?" Und: "Komischerweise reklamieren immer nur jene Personen, die gebüsst werden." Sogar schon an die nächste Steuererklärung denkt dieser Leser: "Es kann auch mich erwischen, aber dann bin ich selber schuld. Was spricht dagegen, wenn die Polizei so die Kantonskasse füllen? Dann können vielleicht die Steuern gesenkt werden, die alle bezahlen müssen, auch jene, welche sich an die Regeln halten. Steuern kann man nicht verhindern, Verkehrsbussen schon." (rr)