Von Hand aufgepäppelt

Süss sind sie, die vier kleinen Waldmäuse. Familie Gobbo hat sie in ihrem Garten gefunden – geschwächt und ohne Mutter. Nun zieht die Tierfreundin Alessandra die Kleinen von Hand auf.

Rebecca Meier
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Gerade mal vier Gramm schwer ist die kleine Waldmaus. (Bild: Rebecca Meier)

Gerade mal vier Gramm schwer ist die kleine Waldmaus. (Bild: Rebecca Meier)

rorschacherberg. «Jöö, so herzig», denkt man sich einfach, wenn man die vier kleinen «Racker» der Familie Gobbo aus Rorschacherberg sieht. Etwa zwei Wochen alt sind sie, ungefähr so gross wie ein Daumen und gerade mal – wie die Waage beim zweiten Versuch anzeigt – vier Gramm schwer. «Waldmäuse sind es», erklärt Alessandra, die Ersatzmutter der Mäuse.

Ein «Stuart Little»

Am Mittwoch hat die Familie die Kleinen in der Steinwand hinter dem Haus gefunden. Erst hätten sie nur eine Maus entdeckt, dann seien es plötzlich immer mehr geworden. «Die Mutter ist wahrscheinlich von einer Katze gefressen worden. Vor lauter Schwäche sind die Kleinen aus ihrer Höhle richtiggehend herausgetorkelt», erzählt die Mutter von Alessandra. Den ersten habe sie spontan «Stuart-Little» getauft, genau so, wie die kleine Maus im gleichnamigen Film. Die anderen drei haben noch keinen Namen – momentan sei es auch noch viel zu schwer, die vier auseinander zu halten. «Sie sind noch so klein, dass ich noch nicht mal erkennen kann, ob es sich um männliche oder weibliche Tiere handelt», erklärt Alessandra grinsend. Um zwölf Uhr ist Fütterungszeit. Jedes einzelne nimmt die Pflegemutter in die Hand, streichelt und «schöppelt» es. «Die sind innerhalb eines Tages schon ganz schön frech und fit geworden», erzählt Alessandra stolz. «Und seit Donnerstag haben die vier die Augen geöffnet.»

Schon immer eine Tierfreundin

«Meine Tochter ist schon immer eine Tierfreundin gewesen. Die Waldmäuse sind nicht die ersten, die sie aufpäppelt. Wir hatten sogar mal eine Schildkröte hier», erzählt die Mutter.

Auf die Frage, was mit den Mäusen passiert, wenn sie wieder bei Kräften sind, erklärt Alessandra, dass es ihr Ziel sei, die Tiere wieder auszuwildern. «Die Waldmäuse sind Wildtiere und gehören natürlich zurück in die Natur.» Bis es aber soweit ist, kann es noch einige Zeit dauern. «Die Mäuse müssen topfit und überlebensfähig sein, wenn ich sie wieder auswildere. Nicht, dass die erste Katze sie dann gleich frisst.»

Das Futter, momentan eines, das auch für die Katzenaufzucht verwendet wird, mischt Alessandra mit Kondensmilch. «Ich zahle das von meinem Sackgeld, weil mir die Tiere wichtig sind», sagt sie. Darüber informiert, was die Waldmäuse essen und worauf sie achten muss, hat sie sich im Internet und bei einem Gespräch mit dem Tierarzt.

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