Von der Strasse in den Orient

Für Wirt Zudo Redzic ist die neue Orient Bar an der Hauptstrasse eine Herzensangelegenheit. Vieles ist in Eigenregie entstanden, viel wird noch passieren.

Dominik Bärlocher
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Orientalisches Feeling: Wirt Zudo Redzic mit seiner Tochter Sirin (links) und seinem Sohn Waessim. (Bild: Dominik Bärlocher)

Orientalisches Feeling: Wirt Zudo Redzic mit seiner Tochter Sirin (links) und seinem Sohn Waessim. (Bild: Dominik Bärlocher)

RORSCHACH. Auf einmal scheint die Rorschacher Hauptstrasse unendlich weit entfernt. Das stete Brummen des Strassenlärms hat seinen Platz mit dem Plätschern eines Springbrunnens getauscht, das Licht ist nicht mehr halogenhell, sondern weich und warm. Es riecht nach Früchten. Das ist die neue Orient Bar, die nach ihrem Umzug an der Hauptstrasse 79 neu eröffnet hat. Auf zwei Etagen hat Beizer Zudo Redzic Platz für Getränke, Gespräche und Wasserpfeifen geschaffen. Sein grosses Ziel: «Die Gäste sollen sich hier wohl fühlen, sich entspannen und mit Freunden zusammen sein.»

Unten Bistro

Zudo Redzic hat seine Orient Bar selbst eingerichtet und selbst umgebaut. «Vieles habe ich in Eigenregie gemacht», sagt er und schaut sich die Lampen in seinem Lokal an, dreht seinen Kopf kurz fragend ab und richtet dann eine Rose im Brunnen im Erdgeschoss. Dort hat Redzic eine Art Bistro eingerichtet. An einem Bartresen und einigen wenigen Tischen können seine Gäste etwas trinken, plaudern und ab Dezember auch kleine Snacks essen.

Oben Wasserpfeifen-Lounge

Doch im oberen Stock herrscht Orient-Stimmung. Im grossen Fumoir – der obere Stock hat keine Nichtrauchertische – kann geraucht werden. Bevorzugt Wasserpfeifen, denn das ist es, was Zudo Redzic den Rorschachern bieten will: Mediterranes Feeling. Darum achtet er besonders auf die Einrichtung, hat den Künstler Walter Schnetzer ins Boot geholt, um Motive aus der Wüste und dem Orient auf die Wand zu zaubern. Kein Detail soll ihn stören, fügt er an, denn dafür sei zu viel Herzblut in das Projekt geflossen, sagt er, schaut kurz die Lampen an und denkt nach.

«Ich will noch an der Beleuchtung arbeiten. Vor allem in der unteren Etage ist eine Lampe viel zu grell», sagt er. Denn seine Bar ist zwar für die Gäste geöffnet, für den Wirt aber nie fertig umgebaut. Etwas zu verbessern werde er wohl immer finden: «Wer aufhört, an seinen liebsten Dingen zu arbeiten, der liebt sie nicht mehr», sagt er. So wird sich die Orient Bar wohl in einem langsamen, aber steten Wandel befinden – genau wie eine Wüste im fernen Orient.