Von der Olma bis zu Ostern

REGION AM SEE. Der Winter rückt näher und damit auch die Zeit des Reifenwechselns. Der angekündigte Kälteeinbruch hält die Garagisten in der Region auf Trab. Dabei wäre es sogar erlaubt, während des ganzen Jahres mit Sommerpneus zu fahren.

Janique Weder
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Wenn's kalt wird, ist für Garagisten Hochsaison. Dann wechseln sie an einem Tag die Reifen an bis zu 40 Autos. (Archivbild: Michel Canonica)

Wenn's kalt wird, ist für Garagisten Hochsaison. Dann wechseln sie an einem Tag die Reifen an bis zu 40 Autos. (Archivbild: Michel Canonica)

Der Nebel hängt tief, am Himmel dominiert die Farbe Grau, es ist kühl und nass. Der Winter ist im Anmarsch, und damit steht der Wechsel von Sommer- auf Winterreifen an. So besagt es auch die Faustregel «von O bis O». Von Oktober bis Ostern also – Ostschweizer sprechen auch von der Olma bis zur Offa – sollten Winterreifen montiert sein.

Wetterberichte lösen Panik aus

Heute ist Olma-Eröffnung. Gleichzeitig soll Schnee bis auf 800 Meter fallen. Zwei Umstände, die Garagisten in der Region zu spüren bekommen. Die Telefone klingeln pausenlos. Jeder, der sein Auto winterfest machen will, braucht einen Termin. «Bei uns stehen sie bis zur Hauptstrasse Schlange», sagt etwa René Sutter vom Pneuhaus Staad. Weshalb das so ist, weiss er genau: «Wenn die Nachrichten Schnee ankündigen, dann kommen sie alle.» Es sei jedes Jahr das gleiche Muster – bei schönem Wetter denke halt niemand ans Reifenwechseln.

Ein ähnliches Bild der Lage zeichnet Walter Scherrer vom Pneuhaus Alfred Schlegel in Goldach. Für ihn sei es «eine nervöse Woche». Pro Stunde würde er an drei bis vier Autos die Reifen wechseln, neun Stunden am Tag. In einer Saison komme er auf etwa 700 bis 800 Autos. Auch Scherrer macht hauptsächlich die Wettervorhersagen für den Ansturm verantwortlich. «Die Leute haben Panik, weil das Radio seit Tagen ein Theater ums Wetter macht.» Für die Region am Bodensee spiele aber auch die Nähe zu Österreich eine Rolle, sagt Scherrer weiter. Dort herrscht, im Gegensatz zur Schweiz, ab dem 1. November Winterreifenpflicht (siehe Kasten).

Geschäft wie eine Beiz

Trotz dieser Hektik, den Teufel malt Walter Scherrer nicht an die Wand: «Mit dem Stress müssen Garagisten umgehen können.» Er vergleicht sich mit einer Gartenbeiz, die auch nur zu bestimmten Zeiten, nämlich bei schönem Wetter, viele Leute anlocken würde. Ausserdem seien die Kunden in den vergangenen Jahren vernünftiger geworden, würden Termine im voraus abmachen. Das erleichtere die Arbeit. Ihm pflichtet Elisabeth Schenkel vom Garage-Pneuhaus Schenkel in Rorschach bei. Für sie ist der Stress «völlig normal». «Der Winter ist dieses Jahr halt einfach sehr früh dran.»

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