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Von der Faszination Farbe

Im Referat von Beate Rudolph erfuhren die Mitglieder des Kunstvereins Rorschach kürzlich, weshalb die Farben uns Menschen berühren. Die Referentin ermunterte die Zuhörenden, die Welt über das Gegenständliche hinaus auch in ihrer Farbe wahrzunehmen.
Vroni Enzler-Engler
Der Farbstern. (Bild: zVg)

Der Farbstern. (Bild: zVg)

RORSCHACH. Um uns über Farben zu verständigen, brauchen wir Bezugssysteme, eine Art Ordnung. Adolf Hölzel, ein Kunstlehrer Anfang des 20. Jahrhunderts, schuf einen Farbkreis in Anlehnung an die Harmonielehre in der Musik. Von ihm stammen die sieben Gegensätze in Bezug auf Farbe: hell und dunkel, kalt und warm, komplementär, leuchtend und matt, Quantität, Intensität, bunt und neutral. Nicht nur bildende Künstler haben sich mit der Faszination Farbe auseinander gesetzt. Schon Newton befasste sich mit ihr und schuf die erste kreisförmige Farbanordnung. Seine Erkenntnisse bezog er aus Mathematik und Naturwissenschaft. Auch Goethe erstellte einen Farbkreis. Er beurteilte die Wirkung der Farben psychologisch. Die bekanntesten Maler der jüngeren Zeit, die sich mit der Farbenlehre auseinandersetzten, waren Wassily Kandinsky, Johannes Itten, Paul Klee. Sie alle lehrten am Bauhaus in Dessau. Die Grundlagen ihrer Arbeit bezogen sie auch auf Newton und Goethe. Ihre weiterführenden Arbeiten sind wegweisend für den Umgang mit Farben. Farben haben eine fesselnde Wirkung. Sie sind wirklich und gleichzeitig geheimnisvoll. Farbe ist ein Phänomen, sie trägt einen Rest Unerklärliches in sich. Das Paradies zum Beispiel kann man sich kaum in Schwarz-Weiss vorstellen. Farben berühren Gefühle, dienen der Persönlichkeit. Die Werbung bedient sich daran geschickt. Johannes Itten entdeckte die subjektiven Farben. Jedem Menschen ist eine Farbe eigen. Diesen Gedanken weitete er zu einer Farbtypenlehre aus.

Trotz Gesetzmässigkeiten bei der Farbbetrachtung gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die Farbwahrnehmung ist eine Empfindung. Johannes Itten: «Alle Farbwahrnehmung ist Täuschung. Wir sehen die Farben nicht so, wie sie wirklich sind. In unserer Wahrnehmung verändern sie sich. Zwei verschiedene Farben können gleich und zwei gleiche Farben verschieden aussehen.» Mit Beispielen vertiefte die Referentin ihre Aussagen. Sie ermunterte alle, die Welt in ihrer Farbe wahrzunehmen.

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