Von der Direktorenvilla zur Fischzucht

Ein halbes Jahrhundert wucherten auf dem Areal der ehemaligen Villa Eisenbeiss in Steinach Bäume und Gebüsch. Voraussichtlich 2016 wird inmitten des geschützten Baumbestandes eine neue Fischzuchtanlage in Betrieb genommen.

Fritz Heinze
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Noch relativ gut erhalten präsentiert sich die Remise mit angebauter Waschküche. Die Bäume stehen teilweise unter Schutz. (Bild: Fritz Heinze)

Noch relativ gut erhalten präsentiert sich die Remise mit angebauter Waschküche. Die Bäume stehen teilweise unter Schutz. (Bild: Fritz Heinze)

STEINACH. Das Projekt hatte viele Diskussionen ausgelöst. Doch nun ist es unter Dach und Fach. In den vergangenen Jahrzehnten war es ruhig um diesen Flecken Land zwischen Hauptstrasse und der Ampèrestrasse. Ältere Steinacher erinnern sich, dass auf dem Grundstück einst die Villa Eisenbeiss gestanden habe. Offiziell war die Liegenschaft an der äussersten östlichen Ecke des Dorfes aber die Direktorenvilla der damaligen Firma Sais. 1917 hatte die Firma Italo AG, die spätere Sais, die Parzelle erworben.

Mit Zentralheizung gebaut

Die Villa «Ceramique», die Direktorenvilla, stand damals schon. Ihren Standort hatte sie auf der Höhe der heutigen Ampèrestrasse. Dass die Villa auf einem besonderen Standard in der damaligen Architektur erbaut wurde, belegt die Tatsache, dass im Grundbucheintrag aus dem Jahr 1915 der Vermerk «Zentralheizung» zu finden ist. Die Firma Sais (Società Anonima Italo-Svizzera) in Horn wurde 1916 gegründet. In der Direktorenvilla wohnte von 1932 bis 1954 Emil Eisenbeiss mit seiner Familie. Er hatte in diesen Jahren in der Sais die Geschäftsleitung inne. So nannte man das Haus im Volksmund die «Villa Eisenbeiss». Um 1960 dürfte sie abgerissen worden sein.

Wasser gemeinsam nutzen

Für Gemeindepräsident Roland Brändli ist es eine erfreuliche Tatsache, dass die Fischzucht in Steinach angesiedelt wird. «Die Realisierung des Projekts fällt zwar für Steinach finanziell nicht ins Gewicht. Es handelt sich dabei nicht um eine Firma, die sich hier ansiedelt», sagt er, doch habe sich der Gemeinderat darum bemüht. Insbesondere betrachtet er es als eine Win-Win-Situation für die Gemeinde Steinach und den Kanton St. Gallen. Für die Firma Tyco Electronics AG ergibt sich durch die Nutzung des aus dem See gepumpten Wassers zur Kühlung ihrer Anlagen ein weiterer positiver Effekt. Die Lärmproblematik mit der Kühlung durch die Ventilatoren, die nicht wenige Immissionen verursachen, lässt sich so eliminieren. «In Steinach ist man froh, dafür eine Lösung gefunden zu haben», sagt Brändli. Der Kanton St. Gallen spart Energie durch die Nutzung des zurücklaufenden Warmwassers aus der Firma Tyco Electronics AG – rund 80 000 Franken pro Jahr.

Besichtigungen und Vorträge

Positiv gewertet wird von der Gemeindeleitung Steinach die gute energetische Situation, die das Projekt mit sich bringt. Ein weiterer möglicher künftiger Nutzen dürfte der angestrebte Öffentlichkeitsbezug der Fischzucht werden mit Besichtigungen und Vorträgen. Der Abschluss des Projektwettbewerbs ist noch für das laufende Jahr vorgesehen. 2015 dürften die Bagger auffahren und 2016 folgt voraussichtlich die Fertigstellung der Fischzuchtanlage. Das ist aber ein ambitioniertes Ziel, wie aus dem St. Galler Hochbauamt zu erfahren war.

Die Remise mit Waschküche steht am Rand der Bewaldung. (Bild: Fritz Heinze)

Die Remise mit Waschküche steht am Rand der Bewaldung. (Bild: Fritz Heinze)

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