Von der Alp in die Badhütte

RORSCHACH. Im Winter wirtet sie im Gasthaus Sasolas am Fusse des Piz Mundaun. Gestern hat Beatrice Trachsel den Pachtvertrag für die Badhütte in Rorschach unterschrieben. Sie tritt im Sommer die Nachfolge von René Schaufelberger an.

Rudolf Hirtl
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Beatrice Trachsel wurde vom Stadtrat Rorschach zur neuen Badhütte-Leiterin gewählt. Sie zeigt sich begeistert vom einmaligen Charme der Seebadeanstalt. (Bild: Rudolf Hirtl)

Beatrice Trachsel wurde vom Stadtrat Rorschach zur neuen Badhütte-Leiterin gewählt. Sie zeigt sich begeistert vom einmaligen Charme der Seebadeanstalt. (Bild: Rudolf Hirtl)

Ihr ansteckendes Lachen gehört ebenso zu ihrem Markenzeichen wie die blonde Mähne. Ihre Augen blitzten fröhlich, wenn sie bestimmt und mit klaren Vorstellungen davon erzählt, wie sie den Betrieb der Badhütte in Rorschach ab dem Auffahrtstag des kommenden Jahres managen will. Der Stadtrat Rorschach hat eine ausgewiesene Gastgeberin als Leiterin für die Badhütte gesucht; und auch gefunden, wie Beatrice Trachsel auch bei der Vertragsunterzeichnung gestern unter Beweis stellt. Ihre Qualitäten als Gastgeberin waren auch in der Gemeindebadi im thurgauischen Mammern gefragt, wo sie über zwölf Jahre tätig war. Seit mehreren Jahren führt sie im Graubünden das Gasthaus Sasolas in der Nähe von Obersaxen.

Anzeige nicht selbst gesehen

Ausgewählt worden ist die in Amriswil aufgewachsene 48-Jährige aus zwölf eingegangenen Bewerbungen. Wobei auch Bewerbungen aus Rorschach dabei waren. «Beatrice Trachsel hatte von allen Bewerberinnen und Bewerbern den besten Leistungsausweis. Deshalb hat sich der Stadtrat für sie entschieden», sagt Stadtschreiber Bruno Seelos dazu. Der Rat habe jemanden gesucht, der das ganze Paket mitbringe, also Erfahrung in der Gastronomie, Gastgeberqualitäten und die erforderlichen Patente sowie das SLRG-Brevet. Mit Beatrice Trachsel sei diese Person sehr zur Freude des Stadtrates auch gefunden worden. Die Anzeige im St. Galler Tagblatt, in der ein Betreiber für die Seebadeanstalt in Rorschach gesucht wurde, hat sie nicht selber entdeckt. «Ein Gast in Sasolas hat mich darauf aufmerksam gemacht. Für mich war aber sofort klar, dass ich mich bewerben würde, denn ich finde das Ambiente der Badhütte einmalig schön», so Beatrice Trachsel. Als Kind sei sie oft bei ihren Grosseltern in Rorschach gewesen, die sie regelmässig mit in die Badhütte genommen hätten. Aus diesem Grund habe sie nicht nur sehr schöne Erinnerungen an die Seebadeanstalt, sondern habe damals auch ihre Begeisterung für den See entwickelt.

Schweizer Küche, weniger Kultur

Kulinarisch setzt Beatrice Trachsel in erster Linie auf Schweizer Küche und Produkte aus der Region. Exotische Gerüche sind eher nicht ihr Ding, räumt sie mit einem Lachen ein. Wahrscheinlicher sei, dass Fleisch aus der Surselva, mit Getreide von Gran Alpina und Käseköstlichkeiten des Alpsommers den Weg an den Bodensee finden werden. Bereits klar sei, dass sie täglich ein Mittagsmenu und Kleinigkeiten wie Salate, Birchermüesli, Sandwiches und Kuchen anbieten werde.

Das Ambiente, das die hölzerne, auf Pfählen stehende Badeanstalt ausstrahlt, will Beatrice Trachsel in den Vordergrund stellen. Aus diesem Grund verbannt sie Werbung und verzichtet beispielsweise auf mit Reklame versehene Sonnenschirme oder Aschenbecher.

Verzichten will sie auch auf einen Teil der kulturellen Veranstaltungen; zumindest in der ersten Saison. «Ich möchte mich zuerst hier einleben, das richtige Team finden und mich um den ordentlichen Betrieb kümmern.» Vor Weihnachten werde sie sich mit ihrem Vorgänger zusammensetzen und klären, welche Anlässe ein Muss seien.

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