Von Bundesräten und Ausländern

Kabarettist Michael Elsener präsentierte am Samstagabend bei Kultur in Engelburg sein zweites Soloprogramm. Wieder imitierte er alt Bundesrat Moritz Leuenberger. Er werde dessen Stimme einfach nicht los, sagt Elsener.

Michel Burtscher
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Michael Elsener in der Alten Turnhalle Engelburg: Er imitiert sie alle, Politiker, Promis und Problemfälle. (Bild: Luca Linder)

Michael Elsener in der Alten Turnhalle Engelburg: Er imitiert sie alle, Politiker, Promis und Problemfälle. (Bild: Luca Linder)

ENGELBURG. Die Schweizer Parodisten haben einen festen Platz im Programm von Kultur in Engelburg: David Bröckelmann war schon da, Fabian Unteregger auch. Und am vergangenen Samstagabend trat der junge Komiker Michael Elsener in der Alten Turnhalle auf. «Sie sind bekannt und beliebt», sagt Susanne Rentzmann von Kultur in Engelburg über die drei Parodisten. «Wir haben mit ihnen immer ein ausverkauftes Haus.» So war es auch am Samstag, die Alte Turnhalle war ausverkauft. Michael Elsener stellte dort sein zweites Soloprogramm «Stimmbruch» vor. Der 27jährige Zuger mit den Locken ist vor allem bekannt durch seine Auftritte in der Satire-Sendung «Giacobbo/Müller» im Schweizer Fernsehen.

Reale und fiktive Stimmen

Elseners Auftritt kam ohne viel Schnickschnack aus: Nur er, seine Stimmen, ein Stuhl und ein grosser Buchstabe auf der Bühne. Mehr braucht Elsener aber auch nicht. Er kann sich voll auf sein Talent als Parodist verlassen: Ob alt Bundesrat Moritz Leuenberger, die Moderatoren Kurt Aeschbacher und Stephan Klapproth, Bundesrat Didier Burkhalter oder Tennisstar Roger Federer – er imitiert sie alle. Als Klapproth führte er ein Interview mit Wladimir Putin, Didier Burkhalter versuchte er – erfolglos – Emotionen zu entlocken.

Sein Talent mit den Stimmen verfolge ihn schon seit seiner Kindheit, sagte Elsener. Die Stimmen verfolgten ihn und er könne sie nicht mehr loswerden. Nach dem Rücktritt von Moritz Leuenberger habe er versucht, ihn aus seinem Repertoire zu löschen, habe es aber einfach nicht geschafft. Doch nicht nur reale, sondern auch fiktive Figuren kommen in seinem Programm vor: Als «Problemausländer» Bostic Besic geht Elsener in den «Kuhstall» und im Altersheim seines Grossvaters bricht eine Social-Media-Revolution aus, ein «geriatrischer Frühling».

Elseners Soloprogramm besteht aus aufeinanderfolgenden Sketchen, die keinen Zusammenhang haben. Es hat nicht wirklich einen roten Faden. Das macht aber nichts: Witzig ist die Show auch so. Das Publikum in Engelburg fühlte sich sichtlich gut unterhalten.

Dank an Haltinner

Am Samstag gab es in der Alten Turnhalle aber nicht nur Humor zu sehen, sondern auch noch eine kleine Prise Lokalpolitik. Zwei ehemalige Präsidentinnen und der jetzige Präsident von Kultur in Engelburg bedankten sich beim anwesenden Gaiserwalder Gemeindepräsidenten Andreas Haltinner, der Ende Jahr sein Amt niederlegen wird. Er habe Kultur gern gehabt und sie hätten immer auf die Unterstützung der Gemeinde zählen können.

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