Von Ausgangskommerz und interdisziplinärem Denken

Der Leiter des Assessmentjahres, Roman Capaul, zieht Bilanz über die HSG-Startwoche 2013. Und fordert mehr Selbstkritik seitens der Studierenden.

Oliver Gallusser/Felix Keller
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Roman Capaul Leiter des Assessmentjahres an der Universität St. Gallen (HSG) (Bild: pd)

Roman Capaul Leiter des Assessmentjahres an der Universität St. Gallen (HSG) (Bild: pd)

Wie beurteilen Sie den Einsatz der 1400 Freshmen vergangene Woche?

Roman Capaul: Insgesamt sind wir sehr zufrieden. Wir konnten die meisten für die anspruchsvolle und wichtige Thematik «nachhaltige Entwicklung von Entwicklungsländern» sensibilisieren und das interdisziplinäre Denken fördern.

Das Feedback der Assessmentstudenten fällt weitgehend positiv aus. Haben Sie das so erwartet?

Capaul: Wir hatten uns das so erhofft. Das Startwochen-Team hat in der Tat wieder unglaublich gute Arbeit geleistet.

Das Assessmentjahr kann neu auch in Englisch absolviert werden. Wie steht es um das Englisch der Professoren?

Capaul: Die Sprachkompetenz ist bei den meisten sehr hoch, aber nicht bei allen Professoren ist Englisch die Muttersprache. Wichtige Anforderungskriterien sind neben den Sprachkenntnissen ohnehin auch die fachwissenschaftliche und didaktische Kompetenz.

Micaela Schäfer, Georgina Fleur, letztes Jahr Gina-Lisa Lohfink, die Clubs werben während der Startwoche auf dem Campus immer wieder für ihre Angebote. Nervt das?

Capaul: Ja, das stört mich sehr. Das Vorgehen der Clubs widerspricht den Abmachungen, die wir mit den Betreibern in einer Aussprache getroffen haben. Diese Art Werbung verstösst auch gegen die Hausordnung der Universität. Ich verstehe auch nicht, dass die Clubbetreiber unter der Woche so lange Öffnungszeiten bewilligt bekommen. Der nächtliche Lärm vor den Clubs ist eine Zumutung für die arbeitenden Steuerzahler.

Was kann die HSG gegen diese Clubwerbung unternehmen?

Capaul: Das Beste wäre, die Studierenden würden mehr Selbstkritik gegenüber diesem Ausgangskommerz zeigen.