Vom Stadtrat enttäuscht

Der Verein Wohnliches St.Georgen lehnt die Beleuchtung des Damms beim Mannenweier weiterhin ab. Er bedauert zudem, dass er seine Anliegen nicht beim Stadtrat einbringen kann.

David Gadze
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Die Frage, ob der Damm am unteren Ende des Mannenweiers beleuchtet werden soll oder nicht, wird in St. Georgen kontrovers diskutiert. (Bild: Ralph Ribi)

Die Frage, ob der Damm am unteren Ende des Mannenweiers beleuchtet werden soll oder nicht, wird in St. Georgen kontrovers diskutiert. (Bild: Ralph Ribi)

Die geplante Beleuchtung des Damms am unteren Ende des Mannenweiers wird in St.Georgen schon seit langem kontrovers diskutiert. Der Verein Wohnliches St.Georgen sprach sich an seiner Hauptversammlung vom Mittwochabend wie bereits vor einem Jahr dagegen aus. «Eine Beleuchtung des Fusswegs bringt nicht mehr Sicherheit, sondern bloss mehr Lichtverschmutzung», sagte Präsidentin Susanne Schmid in ihrem Jahresbericht. Ausserdem würden Leuchten das Naherholungsgebiet verunstalten.

Antwort des Stadtrats enttäuscht

Ein schaler Beigeschmack hafte zudem der Zusammenarbeit mit der Stadt in dieser Frage an: Stadträtin Patrizia Adam habe den Verein Wohnliches St.Georgen darauf hingewiesen, er solle seine Anliegen über den Quartierverein St.Georgen einbringen, da der Stadtrat nur mit einer Partei verhandeln wolle. «Wir vertreten aber genauso einen Teil der Quartierbevölkerung wie der Quartierverein», sagte Susanne Schmid. Immerhin zählt der Verein Wohnliches St.Georgen knapp 100 Mitglieder.

Auch Martin Boesch, der zugleich im Vorstand des Quartiervereins St.Georgen ist, übte Kritik an der Aussage der Baudirektorin. Dies, nachdem Quartierentwickler Peter Bischof als Gastredner davon gesprochen hatte, dass die ehrenamtliche Arbeit der Quartier- und Anwohnervereine gewürdigt werden müsse. «Mit solchen Äusserungen wird diese Arbeit abgewertet», sagte Boesch. Bischof versicherte, er nehme die Anliegen ernst. In viele Entscheidungen, etwa auch zum Bauvorhaben auf der Sömmerliwiese, sei er jedoch nicht eingebunden. Sollte die Stelle des Quartierentwicklers, die im Sommer nach einer dreijährigen Pilotphase ausläuft, definitiv eingeführt werden, müsse diese besser in die Verwaltung integriert werden.

Entscheiden statt delegieren

Martin Boesch störte sich auch am Vorgehen der Stadt bei der Frage der Beleuchtung: Es sei sehr ungewöhnlich, dass der Stadtrat den Ball dem Quartierverein zuspiele, anstatt selbst zu entscheiden. Ausserdem habe der Stadtrat den Quartierverein wenige Tage vor der Hauptversammlung Ende März über die überarbeiteten Pläne für die Beleuchtung informiert und um eine Stellungnahme gebeten. Eine Beschlussfassung an der Hauptversammlung hätte aber aufgrund der kurzfristigen Ankündigung den Vereinsstatuten widersprochen. Deshalb sei lediglich eine konsultative Abstimmung durchgeführt worden. Die Mehrheit der Anwesenden sprach sich damals für die Beleuchtung des Damms aus. Die Stadt beziehe sich nun aber auf dieses Abstimmungsergebnis, sagte Boesch. Der Vorstand des Quartiervereins müsse jetzt einen Beschluss fassen. «Die Gesamtbeurteilung dieser Frage muss aber im Stadtrat erfolgen und sollte nicht an den Quartierverein delegiert werden.»

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