Vom Sanierungsfall zum Bijou

Die Schaden-Serie schien nicht abzureissen. Mit drei Jahren Verzögerung gegenüber dem Baufahrplan ist die neue Sporthalle Arbon dem Betrieb übergeben worden. Die Arboner finden daran Gefallen – allen Widerwärtigkeiten zum Trotz.

Max Eichenberger
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Endlich mit Leben erfüllt: Sekundarschülerinnen erfreuen das Publikum mit einer Tanzeinlage in der am Samstag eingeweihten Sporthalle Arbon. (Bilder: Max Eichenberger)

Endlich mit Leben erfüllt: Sekundarschülerinnen erfreuen das Publikum mit einer Tanzeinlage in der am Samstag eingeweihten Sporthalle Arbon. (Bilder: Max Eichenberger)

ARBON. Über 2000 Personen besichtigten am Samstag bei der Eröffnung das Bauwerk, das Grossratspräsident Max Arnold in den höchsten Tönen würdigte. Wegen mehrerer Schadenfälle stand die Halle während der fast sechsjährigen Bauzeit immer wieder in den Schlagzeilen.

Leidenszeit abgehakt

Die Sporthalle ist ein Gemeinschaftswerk der Sekundarschulgemeinde Arbon (SSG), des Kantons Thurgau als Träger des Bildungszentrums Arbon und der Stadt Arbon. Statt knapp 15 Millionen dürfte die Halle, die Kosten der aufwendigen Sanierungen eingerechnet, gegen 20 Mio. Fr. teuer zu stehen kommen. Für die Behebung der Bauschäden kommen einerseits die Versicherungen auf, aber auch auf beteiligte Unternehmen und die Bauherrschaft entfällt ein Anteil. Die lange Leidensgeschichte ist jetzt aber abgehakt. Am Eröffnungstag überwog die Freude.

Schock zum Amtsantritt

«Trotz vorausgegangener Widerwärtigkeiten freuen wir uns heute, die Arboner Sporthalle endlich ihrer Zweckbestimmung zu übergeben», sagte Robert Schwarzer. Als der Nachfolger von Hanspeter Keller Mitte 2013 eben das Amt als Sekundarschulpräsident angetreten hatte, erstarrte er. Ihn erreichte die Hiobsbotschaft, aus dem Untergrund sei Wasser in die Halle eingebrochen. Dies, als man gerade den ersten grossen Schadenfall behoben hatte. Erst hatte sich die Bodenplatte wegen des Grundwasserauftriebs gewölbt.

Der 5. August 2013 war auch für Felix Engwiler «ein unvergesslicher Tag». Es war just an seinem ersten Arbeitstag als neuer Rektor des Bildungszentrums Arbon, als ihn SSG-Bauverwalter Roland Morgenegg über das Unglück in Kenntnis setzte. Das liess ihn erst einmal leer schlucken. In noch weitere Ferne rückte der Tag, an dem die Berufsschüler in der neuen Halle würden turnen können.

Harte Geduldsprobe

Auf eine harte Geduldsprobe gestellt wurden ebenso die Schüler der Sekundarschule und Arboner Sportvereine als designierte Nutzer. Die Fertigstellung der Halle musste erduldet werden. Bezeichnet wird sie dennoch als ein beispielhaftes Gemeinschaftswerk der Sekundarschulgemeinde, welche die Bauherrschaft übernahm, des Kantons und der Stadt Arbon, die das Projekt mitfinanzieren.

«Dazwischen lag eine lange und unerfreuliche Geschichte», die einige Belastungsproben mit sich gebracht habe. Lange ausholen mochte Schwarzer nicht. Diese zeichneten Informationstafeln nach – und eine Diaschau. Der Wechsel in der Bauleitung 2014 liess das Werk dann doch noch zu einem guten – und auch versöhnlichen – Ende bringen.

Symbol für die Gemeinschaft

Die elegante Halle löste am Eröffnungstag Freude aus. Für Grossratspräsident Max Arnold ist sie ein Musterbeispiel, wie Farben am Bau harmonieren können. Die Vorgeschichte «interessiert in ein paar Jahren niemanden mehr». In Scharen zeigten die Arboner Flagge: Über 2000 kamen nicht nur wegen der Gratiswurst. Für SSG-Präsident Schwarzer waren dieser eindrückliche Aufmarsch und das positive Echo «ein super Aufsteller». Auch Baukommissionspräsident Jürgen Schwarzbek kam ins Schwärmen. Nach den Sportferien, am 8. Februar, werde erstmals in der Halle geturnt. Dass die Halle ein «Symbol für die Gemeinschaft in Arbon» werden wird, hofft Stadtrat Peter Gubser. Sie festige ausserdem den Berufsschulstandort Arbon: «Der Osten wird in Frauenfeld nicht vergessen.»

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