Vom Platz zur Piazza

Am 15. Mai entscheiden die städtischen Stimmberechtigten über die Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt. Die Abstimmungsunterlagen dazu sind bereits jetzt auf der Homepage der Stadt einsehbar.

Malolo Kessler
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Blick auf den neuen Marktplatz: In der Mitte die Markthalle mit angegliederter Wartehalle für öV-Passagiere. (Bild: Visualisierung: Stadt St. Gallen)

Blick auf den neuen Marktplatz: In der Mitte die Markthalle mit angegliederter Wartehalle für öV-Passagiere. (Bild: Visualisierung: Stadt St. Gallen)

Für Flanierende und Feiernde, für Ausgehende und Arbeitende. Für Einkaufende und die Bewohner der Altstadt: Die Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt sei eigentlich ein Projekt für den Langsamverkehr, heisst es in den Abstimmungsunterlagen der Stadt. Sie sind bereits jetzt, gut sechs Wochen vor der Volksabstimmung über die Neugestaltung, im Internet einsehbar. Das Abstimmungsbüchlein wird gemäss Angaben der Stadt dann spätestens am 21. April in alle Haushalte verschickt sein.

Projekt als Ganzes beurteilen

Das Grossprojekt, die Operation am «Herz» der Stadt, besteht aus verschiedenen Teilprojekten. Diese werden in den Unterlagen auf 32 teils bebilderten Seiten detailliert erklärt. Es wird aber darauf hingewiesen, dass das Projekt unbedingt als Ganzes beurteilt werden solle. Dennoch könnte ein Teilprojekt zum Knackpunkt bei den Abstimmungen werden: die geplante Parkgarage Schibenertor, die von privaten Investoren finanziert wird. 140 öffentliche und 150 fest vermietete Tiefgaragenplätze sind geplant. Dafür sollen 148 oberirdische öffentliche Parkplätze aufgehoben werden.

Die Aufhebung der Parkplätze ist laut den Abstimmungsunterlagen eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Projekt. Denn Bohl, Marktplatz und Blumenmarkt sollen für den motorisierten Individualverkehr gesperrt und zu einer Piazza werden. Damit der «Platz Bohl» zur Piazza werden kann, soll zudem die Calatrava-Halle weichen. Was ein weiterer Knackpunkt bei der Abstimmung über den 36-Millionen-Kredit sein könnte. Damit werde ein freier, unverstellter Platz geschaffen, heisst es in den Abstimmungsunterlagen.

Bessere Bedingungen für öV

Auch der ständige Markt soll mit der Neugestaltung aufgewertet werden. Im Zentrum des Marktplatzes ist der Bau eines grossen Marktpavillons geplant. Daran soll eine Wartehalle für die Fahrgäste des öffentlichen Verkehrs angegliedert werden. Die Stadt sieht denn auch vor, die Haltestelle für den öV nach Westen zu verschieben. Bereits heute befahren täglich rund 1500 Busse die Haltestelle Marktplatz/Bohl. Die Stadt rechnet damit, dass der öV in den nächsten Jahren noch um rund 50 Prozent zunehmen wird. Diesen Anforderungen genüge der heutige Standort nicht mehr. Nebst Verbesserungen für den öV und für den Markt werden mit der Neugestaltung auch zusätzliche Veloabstellplätze und mehr Sitzbänke versprochen.

Nimmt das Stimmvolk die Vorlage am 15. Mai an, soll zunächst mit dem Bau des Parkhauses begonnen werden. Anschliessend würden Marktpavillon und Wartehallen erstellt, dann die Plätze gestaltet. Die Bauarbeiten sollen bis 2015/2016 dauern.

Bild: Malolo Kessler

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