Vom Maximum weg – Gemeinde senkt Steuerfuss

Als letzte Gemeinde der Region Rorschach muss Untereggen nicht mehr den Maximalsteuerfuss erheben. Der Gemeinderat sieht für 2010 eine Senkung um 5 auf 157 Prozent vor.

Fritz Bichsel
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UNTEREGGEN. Die Rechnung 2009 der Gemeinde schliesst mit hohen 510 000 Franken Einnahmenüberschuss – weil die Schule weniger Steuern benötigte und mehr Steuern eingingen. Kommt hinzu, dass die Gemeinde einige Jahre mit Einnahmen aus dem Verkauf von Bauland im Neubaugebiet Mittlerhof rechnen kann.

Historische Steuersenkung

Der Gemeinderat will mehr abschreiben am Verwaltungsvermögen, was künftige Rechnungen entlastet. Und die Einwohner sollen durch Steuersenkung profitieren, möglichst über 2010 hinaus.

Gemeindepräsident Roger Böni rechnet mit mindestens drei bis vier Jahren. Er ist sich allerdings bewusst, dass die Lage schnell ändern kann: «Zum Beispiel ist die Sozialhilfe auf einen Rekord von gegen 200 000 Franken gestiegen.» Andererseits sinkt der Steuerfuss auf einen historischen Ansatz, fünf Prozent unter das Maximum. Nur einmal, nur kurz (2001 bis 2003) und nur um drei Prozent musste Untereggen bisher nicht den Höchstsatz erheben.

Im geänderten Finanzausgleich begrenzt der Kanton den Steuerfuss für Gemeinde und Schule nicht mehr. Für eine Übergangszeit bezahlt er aber Beiträge, damit keine Gemeinde mehr als 162 Prozent erheben muss.

Besser als düstere Prognose

In Prognosen war Untereggen als eine jener Gemeinden erschienen, in denen der Steuerfuss über 162 anwachsen werde. Das war ein Hauptgrund für den Anlauf zu einer Fusion mit Goldach.

Doch es kam anders: Die Prognosen kantonaler Stellen erwiesen sich als zu pessimistisch. Untereggen benötigte den 2008 eingeführten Übergangsausgleich nicht und konnte die Finanzlage verbessern. Auch die nachher eingetretene Wirtschaftskrise wirkt sich wie in vielen Gemeinden weniger aus als befürchtet.

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