Vom Grossevent zum Dorftreff

Dieses Wochenende findet in Waldkirch das 47. Dorfgrümpeli statt. Bei mehr als der Hälfte aller Durchführungen war Urs Brander im Organisationskomitee dabei. Er erzählt, was sich alles verändert hat und was dieses Jahr geplant ist.

Katja Blöchlinger
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Die Vorfreude auf das Grümpeli ist bei Urs Brander auch nach 29 Jahren im OK immer noch gleich gross wie beim ersten Mal. (Bild: Urs Bucher)

Die Vorfreude auf das Grümpeli ist bei Urs Brander auch nach 29 Jahren im OK immer noch gleich gross wie beim ersten Mal. (Bild: Urs Bucher)

Herr Brander, sind Sie eher ein Messi oder ein Ronaldo?

Urs Brander: Wohl keiner von beiden. Ich spiele selber nur sehr selten Fussball.

Wieso sind Sie denn seit 29 Jahren im Organisationskomitee des Dorfgrümpeli?

Brander: Ich organisiere einfach gerne. Und ins OK bin ich reingerutscht. Ich hatte damals einen Unfall und war für sechs Jahre arbeitsunfähig. An einem Abend am Stammtisch sagte ein Freund von mir, der schon im OK dabei war: «Den kann man doch sowieso für nichts gebrauchen.» Da musste ich natürlich das Gegenteil beweisen und siehe da: Ich bin immer noch dabei.

Das Grümpeli in Waldkirch gibt es bereits seit 1968. Es wird also dieses Jahr bereits zum 47. Mal durchgeführt. Was hat sich in dieser Zeit am meisten verändert?

Brander: Vor allem die Grösse des Anlasses. Zu Beginn war es ein kleines Dorfgrümpeli, wie man es heute in anderen Gemeinden kennt. Das Fest wurde dann immer weiter ausgebaut. Schliesslich haben wir ein Festzelt für 2000 Personen aufgestellt und Künstler für mehrere 10 000 Franken gebucht. Im Zuge dessen haben wir die Eintrittspreise heraufgesetzt. Und die Leute blieben auf einmal weg. Da ist die Rechnung irgendwann nicht mehr aufgegangen. Wir haben uns deshalb zurückbesonnen und konzentrieren uns wieder auf den Sport an sich. Das Grümpeli ist kleiner, aber auch gemütlicher geworden. Gleich blieb über all die Jahre, dass der Turnverein Waldkirch die Organisation des Grümpeli übernimmt.

Wie viele Mannschaften haben zu diesen Spitzenzeiten an den Turnieren teilgenommen?

Brander: Unser Rekord liegt bei 297 Mannschaften. Für dieses Jahr sind 56 Teams angemeldet. Aber dass wir kleiner geworden sind, hat auch Vorteile.

Und diese Vorteile wären?

Brander: Es ist viel friedlicher geworden. Wir brauchen kein Sicherheitspersonal mehr, es kommt nicht mehr zu Zwischenfällen wie Prügeleien oder Pöbeleien. Und da wir ein kleineres Festzelt haben, brauchen wir für den Auf- und Abbau nur einen Bruchteil der Zeit. Auch die Arbeitseinsätze für Mitglieder des Turnvereins haben sich deshalb minimiert.

Es gibt also keine grosse Party am Abend mehr?

Brander: Nein. Dafür gibt es am Freitag ab 16 Uhr einen Biergarten. Für nächstes Jahr haben wir aber anstelle des Biergartens schon etwas Neues in Planung. Was das aber genau ist, verraten wir noch nicht.

Und wie sieht der Rest des Programms aus?

Brander: Am Freitag startet das Grümpeli mit dem Firmencup und dem Volleyball-Nachtturnier. Beide Turniere beginnen um 18 Uhr. Am Samstag um 10 Uhr geht es weiter mit dem Sporttag Waldkirch. Dort messen sich Kinder in einem Dreikampf mit den Disziplinen Schnelllauf, Weitsprung und Ballwurf. Am Nachmittag folgt der Wettkampf um den Titel «Dä schnellscht Waldkircher». Der Spaghetticup-Dorfcup ist ebenfalls am Samstagnachmittag. Am Sonntag findet dann das Schülerturnier statt.

Was muss man sich unter einem Spaghetticup vorstellen?

Brander: Das ist das eigentliche Dorfgrümpelturnier. Der Cup heisst so, weil die Gewinnermannschaft einen Korb mit Kochutensilien gewinnt. In diesem Korb ist alles drin, was man für einen gemütlichen Spaghettiabend braucht.

Der Neuzuzügerapéro der Gemeinde findet diesmal auch im Rahmen des Grümpeli statt. Wie passt das zusammen?

Brander: Das passt hervorragend zusammen. Wir möchten ja, dass sich die Neuzuzüger integrieren. Die Vereine spielen dabei eine grosse Rolle. Deshalb stellen sich am Sonntagmorgen verschiedene Waldkircher Vereine vor und es gibt einen Brunch für die neuen Einwohner. Von allen Neuzuzügern der vergangenen zwei Jahre haben sich immerhin 135 angemeldet.

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