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Vom Bleicheli zum roten «Raiffeiseli»

Das Gesicht des Bleicheli hat sich seit 1995 grundlegend verändert. Das einst in seinem Kern kleinteilige, durch Wohn- und Gewerbenutzungen geprägte Gebiet hat sich zum Stadtsanktgaller Bankenviertel und zur Touristenattraktion gemausert.
Das Bleicheli Anfang Mai 1999. Im Hintergrund sind die ersten weiss-grauen Bauten der Raiffeisen-Gruppe zwischen Gartenstrasse und Wassergasse zu sehen, vorne links das markante Dach der Synagoge. (Archivbild: Regina Kühne)

Das Bleicheli Anfang Mai 1999. Im Hintergrund sind die ersten weiss-grauen Bauten der Raiffeisen-Gruppe zwischen Gartenstrasse und Wassergasse zu sehen, vorne links das markante Dach der Synagoge. (Archivbild: Regina Kühne)

Das Gesicht des Bleicheli hat sich seit 1995 grundlegend verändert. Das einst in seinem Kern kleinteilige, durch Wohn- und Gewerbenutzungen geprägte Gebiet hat sich zum Stadtsanktgaller Bankenviertel und zur Touristenattraktion gemausert. Speziell am Bleicheli ist die Freiraumgestaltung zwischen den neuen Bürohäusern. Mit dem Konzept «Stadtlounge» von Pipilotti Rist und Carlos Martinez wurden die öffentlichen Flächen rot eingefärbt. Dieser Teppich erstreckt sich heute von der Vadianstrasse bis zur Wassergasse. Und er bedeckt auch Einzelobjekte, wie ein Auto, einen Brunnen oder Sitzgelegenheiten. Die «Stadtlounge» ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden.

Kritik ist verstummt

Gegen den Umbau des Bleicheli gab es in den 1980er- und 1990er-Jahren durchaus Opposition. Heute gilt das, was hier umgesetzt wurde, bei einer grossen Mehrheit der Stadtsanktgaller aber als gelungene Stadtveränderung. Dies, weil St. Gallen so die Arbeitsplätze der Raiffeisen-Gruppe halten konnte. Dies aber auch wegen der ungewöhnlichen Gestaltung des öffentlichen Raums. Kritische Einzelstimmen, die bei der Eröffnung der «Stadtlounge» 2005 sehr wohl zu hören waren, sind weitgehend verstummt.

Von der Bleiche zum Quartier

Das Bleicheli liegt zwar auf Gebiet der alten Stadt St. Gallen, aber ausserhalb der historischen Stadtmauern. Ursprünglich diente es, wie viele Wiesen rund um die Textilstadt, als Bleiche. Als Ort also, an dem Leinwandtücher zum Bleichen an die Sonne gelegt wurden. Im 19. Jahrhundert wurde diese Methode ersetzt. Und so wurden viele der ehemaligen Bleichen rund um St. Gallen für die Überbauung freigegeben.

Das Bleicheli als kleinteiliges Wohn- und Gewerbequartier entwickelte sich gemäss dem ehemaligen Stadtarchivar Ernst Ziegler ab 1808. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und im 20. Jahrhundert gab's gerade in den Randbereichen immer wieder einzelne bauliche Eingriffe. Sie blieben aber punktuell. Eine flächendeckende Veränderung begann – zuerst planerisch, dann langsam und immer schneller auch baulich – ab den 1980er-Jahren.

Lange Planungsphase

Das erste Raiffeisengebäude, die Raiffeisenbank an der Vadianstrasse 17 wurde 1973 eröffnet. Die weitere Konzentration dezentral untergebrachter Büros der Raiffeisen-Gruppe im Bleicheli geht auf Planungen zurück, die in den 1980er-Jahren anliefen und 1987/88 in einen städtebaulichen Wettbewerb mündeten.

Bürohäuser und roter Teppich

In einer ersten Bauphase entstand bis Frühsommer 1999 das Raiffeisenzentrum Gartenhof zwischen Wassergasse und Gartenstrasse. Auf diesem Areal war früher der städtische Werkhof untergebracht. Weiter befand sich hier die Kunsthalle (heute im Alten Lagerhaus) und, bevor es brannte, Anfang 1980er-Jahre das kurzlebige St. Galler AJZ.

Als nächste Etappe entstanden zwischen dem «Gartenhof» und der Vadianbank zwei Bürohäuser: Bleicheli-Nord und Bleicheli-Süd. Der erste Neubau wurde 2002, der zweite 2005 bezogen. Mit Bezug des zweiten Hauses wurde der öffentliche Raum von Vadianstrasse und Synagoge im Norden bis zur Gartenstrasse im Süden künstlerisch aufgewertet. Das Areal wurde zur «Stadtlounge».

Die vorläufig letzte Erweiterung erfuhr das im Volksmund heute auch als «Raiffeiseli» bekannte Bleicheli von 2009 bis 2011. Dabei wurde die Wassergasse 12/14 durch ein weiteres Bürohaus ersetzt. Zudem wurde der «Stadtlounge»-Teppich über die Gartenstrasse bis zur Wassergasse gezogen. (vre)

Seit 2000 wird in St. Gallen intensiv gebaut. Das Gesicht der Stadt hat sich so stark verändert. Diese Reihe erinnert an gar nicht so lange zurückliegende Veränderungen, an die wir uns schon gewöhnt haben.

Das Bleicheli im Frühherbst 2005: Die beiden Neubauten der Raiffeisen-Gruppe stehen, jetzt wird an der Strassengestaltung gearbeitet. Am linken untern Bildrand lässt ein roter Fleck erahnen, was geplant ist. (Archivbild: Philipp Baer)

Das Bleicheli im Frühherbst 2005: Die beiden Neubauten der Raiffeisen-Gruppe stehen, jetzt wird an der Strassengestaltung gearbeitet. Am linken untern Bildrand lässt ein roter Fleck erahnen, was geplant ist. (Archivbild: Philipp Baer)

August 2011: Der rote Teppich ist ausgelegt. Er reicht über die Gartenstrasse (vorne) durch die ersten Raiffeisen-Bauten bis zur Wassergasse. Über der Strasse hängen an Kartoffeln erinnernde Leuchtkörper. (Archivbild: Urs Jaudas)

August 2011: Der rote Teppich ist ausgelegt. Er reicht über die Gartenstrasse (vorne) durch die ersten Raiffeisen-Bauten bis zur Wassergasse. Über der Strasse hängen an Kartoffeln erinnernde Leuchtkörper. (Archivbild: Urs Jaudas)

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