«Volksnah sollte er sein»

Nach dem Rücktritt des Wittenbacher Gemeindepräsidenten Albert Etter ziehen Passanten Bilanz. Was zeichnete ihn aus, was weniger? Und welche Qualitäten sollte die Nachfolgerin oder der Nachfolger mitbringen?

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Alex Koller, 57, Kaufmann, Wittenbach

Albert Etter war ein volksnaher Politiker und hat gute Arbeit geleistet. Probleme hat er angepackt. Sein Nachfolger wird ein schwieriges Erbe antreten. Grundsätzlich finde ich es schade, dass er zurücktritt, denn man weiss ja nie, wer nachher kommt. Gut finde ich, dass Albert Etter Kronbühl und Wittenbach zusammengeführt hat. Zumindest gibt es jetzt kein Durcheinander mehr mit der Postleitzahl.

Rosemarie Lyner, 70, pensioniert, Wittenbach

Alle Achtung. Albert Etter hat den richtigen Zeitpunkt gewählt. Es gibt genug, die nicht wissen, wann sie aufhören sollen. So hat er noch etwas vom Ruhestand und sollte diesen auch geniessen. Seinen Rücktritt hat er offensichtlich von langer Hand geplant, das beweist seine Rücksichtnahme gegenüber den vier wichtigen Mitarbeitenden, die bald die Gemeinde verlassen werden.

Albert Etter hat sehr effizient gearbeitet, allerdings ist Wittenbach während seiner Amtszeit stetig gewachsen. Das war aber auch schon bei seinem Vorgänger so. Ich möchte nicht werten, ob das eine gute oder schlechte Entwicklung ist. Es ist einfach so.

Meta Strässle, 59, Hilfspflegerin, Wittenbach

Der nächste Gemeindepräsident sollte volksnah sein. So wie Willi Haag es war oder auch Albert Etter. Ich muss sagen, bisher hatten wir in Wittenbach sehr gute Gemeindepräsidenten.

Das spürt man, denn es geht uns hier sehr gut. Mit Albert Etter konnte man gut reden, das finde ich bei einem Gemeindepräsidenten wichtig. Eines hätte ich mir von ihm aber gewünscht: Mehr Einsatz für den alten Bastelladen bei der Migros.

Heinz Mayer, 65, pensioniert, Wittenbach

Allen kann man es als Gemeindepräsident sowieso nie recht machen. Albert Etter hat aber gute Arbeit geleistet.

Für die Anliegen der Bürger hatte er immer ein offenes Ohr und die anstehenden Probleme nahm er in die Hand. Ein Macher ist er. Dass Albert Etter den öffentlichen Auftritt nicht scheut, ist wohl auch kein Geheimnis. Für einen Gemeindepräsidenten wohl keine schlechte Eigenschaft. Meiner Meinung nach hat er Wittenbach nach aussen gut vertreten. Mit dem Rücktritt hat er einen guten Zeitpunkt gewählt. So dass durch die bevorstehenden Vakanzen nicht zu viel Wissen auf einmal verlorengeht.

Liz Gahler, 46, Hausfrau, Bernhardzell

Wichtig ist, dass der Gemeindepräsident das Volk repräsentiert, also einer aus dem Volk für das Volk ist. Der Präsident sollte bei der Bevölkerung präsent sein. Soweit ich das beurteilen kann, hat Albert Etter seine Sache gut gemacht. Sogar in Bernhardzell kennen ihn viele Leute entweder aus den Medien oder weil er an vielen Anlässen dabei war. Ich habe ihn zum Beispiel bei «schweiz.bewegt» gesehen.

Yvonne Marouf, 61, Sachbearbeiterin, Wittenbach

Ich fände es schön, wenn jemand jüngerer Gemeindepräsident werden würde. Junges Blut täte der Gemeinde gut. Der neue Gemeindepräsident sollte zudem darum bemüht sein, den Dorfcharakter von Wittenbach zu erhalten. Viele hier sind der Meinung, dass zu viele Grünflächen zubetoniert wurden. Albert Etter liess Wittenbach zu sehr Stadt werden. Dabei sind doch viele wegen dem Dorfcharakter hierher gezogen. Ich wohne nun seit 17 Jahren in Wittenbach.

Als ich hierher kam, war alles noch viel grüner. Der neue Gemeindepräsident sollte besser auf die Bevölkerung hören.

Helena Lazraj, 30, Wirtin, Wittenbach

Jemand hat mal gesagt, man muss Menschen mögen. Ich glaube, das trifft auf das Amt des Gemeindepräsidenten zu. Ohne die Nähe zum Volk geht es wohl nicht. Ich arbeite am Zentrumsplatz und muss sagen, dass wir von der Gemeinde immer sehr gut unterstützt werden. Ich finde es gut, dass Albert Etter den Dialog mit der Bevölkerung suchte.

Das war bei Anlässen gut ersichtlich. Dort hat er immer das Gespräch mit verschiedenen Leuten gesucht.

Claudia Matzinger, 37, Hausfrau, Wittenbach

Ich kenne den Gemeindepräsidenten nicht sehr gut. Ehrlich gesagt, habe ich nicht allzu viel mit der Gemeinde zu tun, deshalb spielt es für mich auch nicht so eine Rolle, wer Nachfolger wird. Was ich aber über Albert Etter gehört habe, war positiv.

Text: Rafael Rohner

Bilder: Urs Bucher