Vogelhaus restauriert

Auf dem Dachboden der Bauernfamilie Burkhart lagerte über hundert Jahre lang ein Vogelhaus. Eine Lehrerin, ein Schreiner und ein Maler haben es sorgfältig restauriert – nun wird es ausgestellt.

Katja Fässler
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Lehrerin Bea Holzheimer und Maler Albert Brändle haben das Vogelhäuschen mit Baujahr 1890 wieder auf Vordermann gebracht. (Bild: Ralph Ribi)

Lehrerin Bea Holzheimer und Maler Albert Brändle haben das Vogelhäuschen mit Baujahr 1890 wieder auf Vordermann gebracht. (Bild: Ralph Ribi)

LÖMMENSCHWIL. Leicht modrig riecht die Luft im regionalen Landwirtschaftsmuseum Ruggisberg. Im ehemaligen Stall stehen manche alte Bauernhof-Geräte. Nebst Handzentrifugen und Buttertöpfen befindet sich seit kurzem auch ein Vogelhaus unter den Museumsgegenständen. Das Besondere: Es stand über 100 Jahre auf dem Dachboden der Bauernfamilie Burkhart. «Als Kinder haben wir immer damit gespielt, wobei hie und da auch mal etwas abgebrochen ist», erinnert sich Willi Burkhart. Er schätzt das Baujahr des Vogelhäuschens auf 1890.

Für Schüler zu schwierig

Das Vogelhäuschen habe nach all der langen Zeit eine Restauration dringend nötig gehabt. Nachdem Burkhart es Edwin German, Kurator des regionalen Landwirtschaftsmuseum Ruggisberg, überreichte, hatte dieser die zündende Idee. Sein Schwiegersohn ist Hauswart der Schule Häggenschwil. Er stellte den Kontakt zur Handwerkslehrerin Bea Holzheimer her. Sie sollte das Häuschen zusammen mit ihrer Klasse auf Vordermann bringen. «Als ich diese feinen Details gesehen habe, wurde mir aber klar, dass es für die Schüler zu schwierig ist», sagt Holzheimer. So habe sie die Arbeit selbst in die Hand genommen. Nach unzähligen Stunden maschineller Laubsägearbeit war das Werk schliesslich vollendet. «Es war ganz schön knifflig, da ich kein Laubsägeliholz verwenden konnte», sagt die Lehrerin. Dieses wäre nämlich optimal gewesen, da es nicht so schnell bricht. Jedoch entspreche es nicht dem Originalholz des Häuschens. Das Dach hat Josias Huber von der Schreinerei Georg Fischer restauriert. Auch ein neuer Anstrich war nötig, was sich ebenfalls als Herausforderung erwies. «Ich habe lange getüftelt, bis ich die richtigen Farben zusammengemischt hatte», sagt der ehemalige Malermeister Albert Brändle.

Das Vogelhäuschen steht nun in seinem neuen Zuhause. Es ist nicht das erste Stück, das Willi Burkhart dem Museum übergeben hat. Dazu gehört auch eine Dreschmaschine aus dem Jahr 1920. «Es befinden sich noch weitere solche Schätze auf meinem Bauernhof», sagt der 70-Jährige. Welche genau könne er auf die Schnelle nicht sagen. Im alten Riegelhaus hätten sich seit jeher die Dinge angesammelt. «Es wäre doch schade, sie einfach zu zerschlagen.»

Gegenstände besichtigen

Am 30. Juni findet ein Tag der offenen Tür im Landwirtschaftsmuseum bei Lömmenschwil statt (Kasten). Dann können die Gegenstände aus vergangenen Zeiten betrachtet werden.