VISIONÄR: A1-Zubringer als Projektzünder

Verkehr entflechten, Arbeitsplätze sichern, Stadtlücke schliessen und Zentren beleben – dies die Eckpfeiler, die Gemeinde- und Regierungsvertreter gestern Abend beim Informationsanlass präsentieren.

Rudolf Hirtl
Drucken
Teilen
Regierungsrat Marc Mächler am Rednerpult: «Ich hoffe, dass unser Vorschlag konstruktiv aufgenommen wird.» (Bild: Rudolf Hirtl)

Regierungsrat Marc Mächler am Rednerpult: «Ich hoffe, dass unser Vorschlag konstruktiv aufgenommen wird.» (Bild: Rudolf Hirtl)

Rudolf Hirtl

rudolf.hirtl@tagblatt.ch

Es ist eine illustre Gesellschaft, die gestern zur öffentlichen Informationsveranstaltung ins Würth-Haus in Rorschach lädt. Neben Gastgeber und Stadtpräsident Thomas Müller sind nicht nur die Präsidenten der Nachbargemeinden Dominik Gemperli (Goldach) und Beat Hirs (Rorschacherberg) zugegen. Auch Regierungsrat Marc Mächler, Astra-Direktor Jürg Röthlisberger, Kantonsplaner Ueli Strauss, Marcel John, Leiter Kantonales Tiefbauamt, und Projektkoordinator Thomas Kieliger nutzen die Bühne, um den Masterplan für die «Stadt am See» zu präsentieren. Und dass die Themen Autobahnanschluss, Städtebau, Raumplanung, Verkehr und Zukunftsentwicklung interessieren, zeigt der Publikumsaufmarsch. Im 650-plätzigen Carmen-Würth-Saal bleiben nur wenige Stühle frei.

Die Ausgangslage ist klar. Die Stadt Rorschach und die Gemeinden Goldach und Rorschacherberg sind zusammengewachsen und bilden einen gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraum. In Zukunft wird die Einwohnerzahl der Gemeinden am See weiter ansteigen, wodurch unter anderem auch das Bedürfnis nach mehr Mobilität und Lebensqualität steigen wird. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, haben die Verantwortlichen der drei Gemeinden mit dem Kanton St. Gallen Zukunftsbilder für die Bereiche Verkehr, Raumplanung, Städtebau und Wirtschaft entwickelt und in einem Masterplan zusammengefasst. Gemäss den Ausführungen von gestern Abend sieht dieser die Entflechtung des Verkehrs, die Sicherung von Arbeitsplätzen, das Schliessen von Stadtlücken und das Beleben der Zentren vor.

A1-Zubringer ist mehr als nur ein Strasse

Über allem steht der neue Autobahnanschluss im Gebiet Witen. Nach Meinung der Verantwortlichen eröffnet dieser neue Entwicklungsperspektiven für die ­gesamte Region. Regierungsrat Marc Mächler betont denn auch, dass der A1-Anschluss mehr als eine Strasse ist und verweist auf die genannten Eckpfeiler im Masterplan. «Alle Beteiligten sind überzeugt davon, dass das Projekt die Region Rorschach weiterbringt.» Astra-Direktor Jürg Röthlisberger verweist auf den zu erwartenden Verkehrszuwachs. Neben der besseren Nutzung vorhandener Verkehrsflächen seien daher neben dem Anschluss Witen auch Projekte wie dritte Röhre Rosenberg-Tunnel, Zubringer Arbon oder der A1-Zusammenschluss mit Vorarlberg in der Planung. «Das Astra möchte und unterstützt den Zubringer Rorschach.»

Aufgezeigt werden auch Entwicklungsmöglichkeiten für die drei Gemeinden, wobei der Fokus auf der Verdichtung liegt. So sollen die Gewerbeflächen im Bereich Industrie-/Blumenfeldstrasse in Rorschach erneuert werden, wodurch Betriebe neuen Raum für Entwicklungsmöglichkeiten erhielten. Durch die neue A1-Erschliessung lasse sich zudem das Gebiet Frohheim in Goldach zu einem attraktiven Wohn- und Gewerbegebiet in Zentrumsnähe entwickeln. Und was, wenn in einer der Gemeinden bei den nötigen Abstimmungen Nein gesagt wird? «Dann ist es gelaufen», sagt Thomas Müller, zeigt sich aber optimistisch, dass dies nicht der Fall sein wird.

www.autobahnanschluss-plus.ch