Virus verhindert Viehschau

In Waldkirch entfällt dieses Jahr die Viehschau. Grund dafür ist ein Virus, der in mehreren Ställen umgeht. Laut Organisatoren wäre das Risiko zwar tragbar, die Zeit für Überzeugungsarbeit aber zu kurz.

Johannes Wey
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In Gossau war die Viehschau vergangenes Wochenende ein Publikumsmagnet. In Waldkirch entfällt sie dieses Jahr. (Bild: Michel Canonica)

In Gossau war die Viehschau vergangenes Wochenende ein Publikumsmagnet. In Waldkirch entfällt sie dieses Jahr. (Bild: Michel Canonica)

WALDKIRCH. Viehschauen sind ein Ereignis, das bei weitem nicht nur die Bauern interessiert. In Gossau ging dieses Wochenende die Jubiläumsviehschau mit viel Publikum über die Bühne. Die Waldkircher müssen dieses Jahr hingegen auf die Viehschau verzichten. Dies schreibt der Braunviehzuchtverein im Mitteilungsblatt. Grund für die Absage der Schau, die am 2. Oktober hätte stattfinden sollen, ist ein Virus, der in einigen Ställen umgeht. Unter den Tierhaltern sei die Angst vor einer Ansteckung gross, heisst es.

Bedeutende Rinderkrankheit

Vereinspräsident Erwin Ledergerber bedauert, dass die Viehschau dieses Jahr nicht stattfindet. «Aber als ich von den Infektionen hörte, war auch mein erster Gedanke, dass ich die Gesundheit meiner Tiere nicht riskieren will.» Bovine Virusdiarrhoe, kurz BVD, ist der Name der Krankheit. Gemäss Wikipedia gehört sie weltweit zu den wirtschaftlich bedeutendsten Rinderkrankheiten und zeigt ein äusserst vielfältiges Krankheitsbild. In der Schweiz gilt die Krankheit dank eines 2008 gestarteten Programms als nahezu ausgerottet, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen auf seiner Webseite schreibt.

Fünf Betriebe betroffen

Das Risiko, die Schau trotzdem durchzuführen, wäre laut Ledergerber überschaubar. Fünf Waldkircher Landwirtschaftsbetriebe sind von der Infektion betroffen, drei davon nehmen normalerweise an der Viehschau teil. Diese wären in diesem Jahr aus Sicherheitsgründen von der Teilnahme ausgeschlossen gewesen. «Die Gefahr ist wohl nicht grösser als im vergangenen Jahr. Zu 99 Prozent hätte es keine Ansteckungen gegeben.» Aber alle Landwirte davon zu überzeugen, wäre bis zum Ablauf der Anmeldefrist kaum möglich gewesen. Der Braunviehzuchtverein befürchtete einen Rückgang bei den Anmeldungen, weil natürlich kein Bauer einen Virus in seinen Stall einschleppen möchte.

2016 wie gewohnt

Die Rückmeldungen seit der Absage, auch seitens der Gemeinde, bestärken den Verein in seiner Entscheidung. Dass es keine Viehschau 2015 gibt, wird bedauert, das Verständnis sei aber gross, sagt Ledergerber. Im Mitteilungsblatt dankt der Braunviehzuchtverein der Bevölkerung für das Interesse. Kommendes Jahr soll die Viehschau wieder stattfinden.

Erwin Ledergerber Präsident Braunviehzuchtverein (Bild: pd)

Erwin Ledergerber Präsident Braunviehzuchtverein (Bild: pd)