Vierzig Jahre St. Galler Politik

Die Publikation «Kantonale Wahlen im Kanton St. Gallen» informiert über den Wandel der Kräfteverhältnisse im Kantonsrat von 1972 bis 2012.

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ST. GALLEN. Die politische Landschaft des Kantons St. Gallen hat sich in den letzten vierzig Jahren markant verändert. Ehemals wichtige Parteien sind verschwunden, andere sind neu aufgetaucht und haben sich etabliert. Eine Publikation der Fachstelle für Statistik arbeitet die Kantonsratswahlen zwischen 1972 und 2012 statistisch auf. Im Zentrum steht die Entwicklung der Parteistärken im Gesamtkanton und in den Regionen.

Anstelle der CVP nun die SVP

Das Informationsangebot zu Wahlen und Abstimmungen wurde in den letzten Jahren von der Fachstelle für Statistik verbessert. Was bisher fehlte, war eine Übersicht zur Entwicklung der politischen Kräfteverhältnisse im Kanton. Diese Lücke wird nun mit der Publikation «Kantonale Wahlen im Kanton St. Gallen» – Nummer 47 in der Reihe «Statistik aktuell» – geschlossen.

Die markanteste Veränderung im Parteiengefüge des Kantons St. Gallen ist die Ablösung der CVP durch die SVP als stärkste Partei. Allerdings erreicht die SVP heute bei weitem nicht die Parteistärke der CVP in den Siebziger- und Achtzigerjahren. Weitere wichtige Entwicklungen sind das Verschwinden des ehedem bedeutenden Landesrings und das Auftauchen und die Etablierung von Parteien im grünen Spektrum. In den einzelnen Wahlkreisen widerspiegelt sich das Gesamtbild, allerdings mit unterschiedlichen Akzenten.

Reges Panaschieren

Die St. Galler Wählerinnen und Wähler machen rege vom Recht Gebrauch, Kandidierende anderer Parteien auf die Wahlzettel ihrer Favoritenpartei zu schreiben. 2012 betrug der Anteil der Panaschierstimmen an allen Stimmen 12,4 Prozent. Generell lässt sich beobachten, dass das Panaschierverhalten der Wähler von FDP, CVP und SVP auf eine hohe Affinität füreinander hinweist. Ebenfalls gross ist die gegenseitige Präferenz bei SP und Grünen sowie bei SP und CVP. Die Wahlbeteiligung ist in den letzten drei Kantonsratswahlen von 34,5 Prozent im 2004 auf 37,6 Prozent im 2012 leicht angestiegen. Dabei wies das Toggenburg stets die höchste Wahlbeteiligung auf, obwohl es der einzige Wahlkreis mit einer sinkenden Tendenz war. Auch Aussagen über die Wahlchancen zeigt die Statistik: So haben männliche und ältere Kandidaten sowie solche aus kleineren Gemeinden grössere Chancen. Mit Erscheinen des Berichts wird auch das Angebot auf dem Statistikportal erweitert. (red.)

Publikation zum kostenlosen Download via www.statistik.sg.ch; Druckversion für 15 Franken unter Tel. 058 229 34 86