VIERBEINER: Auf den richtigen Hund kommen

Seit Anfang Jahr gibt es bei der Wahl des richtigen Vierbeiners Unterstützung durch die Kynologische Gesellschaft St.Gallen. Denn zu viele ungeliebte Hunde landen im Tierheim.

Christoph Renn
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Wer passt zu mir? Darüber informiert neu die Kynologische Gesellschaft St. Gallen. (Bild: Mareyke Frehner)

Wer passt zu mir? Darüber informiert neu die Kynologische Gesellschaft St. Gallen. (Bild: Mareyke Frehner)

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Wie der Hund, so das Herrchen. Leider trifft dieses Sprichwort nicht immer zu. Der falsche Vierbeiner bei der falschen Halterin oder dem falschen Halter führt zu bösen Überraschungen. Nach anfänglicher Begeisterung macht sich Ernüchterung breit. Trotzdem kaufen viele Neuhalter ihren Vierbeiner, ohne sich genau über seine rassentypischen Eigenschaften zu informieren. Bis Anfang dieses Jahres mussten Hundehalterinnen und -halter immerhin einen obligatorischen Sachkundenachweis absolvieren. Jetzt nicht mehr. Deshalb bietet die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) Sektion St.Gallen Informationsabende auf freiwilliger Basis an. Denn: «Ich sehe oft, dass die falschen Leute die falschen Hunde besitzen», sagt Priska Pfiffner, Präsidentin der SKG.

Pfiffner empfiehlt deshalb jedem Neuhalter, den Kurs vor dem Kauf eines Vierbeiners zu besuchen. «Wir drängen niemanden, eine gewisse Rasse zu kaufen. Wir können die Wahl auch nicht abnehmen.» Es gehe dem Hundeverein darum, die Leute über die Typologien der verschiedenen Hunde zu informieren. «Es gibt von Rasse zu Rasse teilweise erhebliche Unterschiede, was den Charakter, den Spieltrieb, das Auslaufbedürfnis und die Gutmütigkeit gegenüber Kindern betrifft», sagt Pfiffner. Viele angehende Hundehalter würden ihre zukünftigen Vierbeiner mit dem Auge auslesen. Passe es nicht, lande das Tier im Heim. Das bedeute jedoch nicht, dass die «Herrchen» per se schlechte Hundehalter seien.

Den Kurs auf Druck der Politik eingeführt

Am Informationsabend wird jedoch nicht nur über die verschiedenen Rassentypen informiert. Auch darüber, was es bedeutet, einen Hund zu halten (siehe Zweittext). Zudem werden die finanzielle Seite und die rechtlichen Aspekte laut Pfiffner angesprochen. «Das Ziel ist es, den Kurs zweimal im Jahr anzubieten. Ist die Nachfrage grösser, können wir aber auch mehr Abende für angehende Hundehalter anbieten.» Der bis anhin obligatorische Sachkundenachweis für Hundehalterinnen und -halter bestand bis Anfang dieses Jahres aus einem Theorie- und aus einem Praxisteil. «Vor acht Jahren wurde dieser auf Druck der Politik eingeführt.» Ganz zur Freude der Kynologischen Gesellschaft.

Dass es den Kurs nun nicht mehr gibt, bedauert Pfiffner: «Viele haben sich zu Leitern ausbilden lassen.» Sie hätte es vor allem den Tieren zuliebe begrüsst, wenn zumindest für Neu- oder Ersthundehalter der Nachweis weiterhin obligatorisch geblieben wäre. «Deshalb haben wir entschieden, vorerst den Theorieteil zumindest auf freiwilliger Basis weiterzuführen.» Am ersten Informationsabend seien bereits die ersten Interessierten gekommen. Den Praxisteil gibt es vorerst nicht mehr.

Seit über 100 Jahren im Dienste der Hunde

Doch Priska Pfiffner kann der Änderung bezüglich Sachkundenachweis auch etwas Gutes abgewinnen. «Jetzt ist der Kurs kein Muss mehr. Die Leute, die den Informationsabend besuchen werden, sind dafür wirklich am Wohlergehen der Vierbeiner interessiert.» Und die Nachfrage sei bestimmt da, ist sich Pfiffner sicher. Die SKG St. Gallen wurde 1910 gegründet und ist eine von 400 Lokalsektionen. Sie hat rund 200 Mitglieder. Der Verein übt eine beratende Funktion gegenüber Privaten, Behörden und Hundehalterinnen und -haltern.