Vier Partner-Ärzte, eine Praxis

Die neue Augenchirurgie am Hauptbahnhof bietet nebst Diagnosen auch chirurgische Eingriffe an. In der Klinik operieren auch Ärzte des Kantonsspitals.

Markus Stehle
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Seit gut drei Monaten wird in der neuen Augenchirurgie operiert. (Bild: pd)

Seit gut drei Monaten wird in der neuen Augenchirurgie operiert. (Bild: pd)

«Wir sind ziemlich zufrieden und schon fast da, wo wir sein wollen», zieht Roman Graemiger Bilanz. Der Betrieb der neuen Augenchirurgie an der Kornhausstrasse 18 läuft seit gut drei Monaten. Graemiger und seine drei Partner – Robert Baumgartner, Daniel Mojon und Daniel Bruun – sowie Anästhesist Leander Sakellaris erhoffen sich, jährlich rund 800 Graue-Star-Operationen vornehmen zu können – nebst diagnostischen Untersuchungen sowie weiteren Operationen.

Umfassende Betreuung

Zum chirurgischen Angebot gehören nebst Operationen des Grauen Stars etwa auch Lidkorrekturen. Zudem verfügt die Augenchirurgie über das moderne Tomographie-Gerät «OCT».

Die beteiligten Ärzte betreiben ihre bisherigen Praxen weiterhin und führen dort auch künftig sämtliche Standarduntersuchungen durch. Der Vorteil ihrer Beteiligung an der Augenchirurgie liegt für die Partner im «OCT» und dem modernen Operationssaal der neuen Praxis: Einerseits erlaubt das Tomographie-Gerät weiterführende Diagnostik in komplexeren Fällen. «Dies ermöglicht uns, die Patienten umfassender zu betreuen», sagt Graemiger. Bis anhin hätten diese zur erweiterten Diagnostik teilweise an die Augenklinik des Kantonsspitals überwiesen werden müssen, nun könne man diese Untersuche selbst durchführen. Andererseits konnten die Partner chirurgische Eingriffe zuvor nur extern vornehmen. Nun kann nahe den Arztpraxen, im eigenen OP-Saal, gearbeitet werden.

Moderate Konkurrenz

Künftig nimmt in St. Gallen also nicht nur die Augenklinik des Kantonsspitals Operationen vor. Nach Graemigers Ansicht wird die Augenchirurgie zwar in ein «moderates Konkurrenzverhältnis» zur Spital-Klinik treten. In den Vordergrund hebt er aber den guten Draht zu den Spitalärzten, den fachlichen Austausch zwischen den beiden Institutionen und die entstehenden Synergien. Diese sieht er darin, dass sich einige Belegärzte des Spitals tageweise für Operationen in der Privatchirurgie einmieten. So könne den etwas längeren Wartezeiten im Kantonsspital entgegengewirkt werden. «Damit dürfte allen gedient sein», ist Graemiger überzeugt.