Vier Kandidaten für ein Amt

Für die vakante Stelle des Thaler Schulratspräsidenten haben sich vier Kandidaten beworben – zwei von der CVP, zwei parteilose. Ihre Beweggründe könnten unterschiedlicher nicht sein. Am 15. November werden die Stimmen gezählt.

Christoph Renn
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Wer präsidiert bald unter anderem das Schulhaus Feld in Thal? Zur Wahl stellen sich vier Kandidaten. (Bild: Benjamin Manser)

Wer präsidiert bald unter anderem das Schulhaus Feld in Thal? Zur Wahl stellen sich vier Kandidaten. (Bild: Benjamin Manser)

THAL. Die Wahl des Schulratspräsidenten in Thal steht am 15. November an. Bei der Gemeindekanzlei sind vier Kandidaturen eingegangen. Zur Überraschung von SVP, FDP und SP zählt auch die Schulratspräsidentin ad interim, Miriam Salvisberg von der CVP, zu den Kandidierenden (Ausgabe vom 30. November). Die überparteiliche Findungskommission schickt Philippe Auderset, ebenfalls CVP, ins Rennen. Zudem stehen die Parteilosen Thomas Mauch und Daniel Walthert zur Wahl.

«Es geht um Menschen»

Dass Miriam Salvisberg kandidiert, sei nicht überraschend, sondern Ergebnis eines «gut überlegten, langen Prozesses, welchen ich mit meiner Familie gehen wollte». Als Präsidentin ad interim habe sie sich einen guten Überblick verschaffen können. Zudem «sammelte ich Erfahrung in der Privatwirtschaft». Als Zivilstandsbeamtin und mit der interimistischen Führung eines Betreibungsamtes verfüge sie über rechtliche Kenntnisse. Sie ist zudem seit 2013 Mitglied des Schulrats. Wichtig ist ihr, dass «die Kinder gerne in die Schule kommen und Freude am Lernen haben. Ebenso wichtig sind motivierte Mitarbeitende, die ein angenehmes Arbeitsklima vorfinden.» Sie wolle die anstehenden Veränderungen mit der Behörde, den Schulleitungen und Lehrpersonen in Angriff nehmen und die Führung der Schule auch aus der Perspektive der Politischen Gemeinde betrachten. «In diesem Amt geht es um Menschen. Und bei Entscheidungen steht nicht die Sache, sondern die Kinder und die Bildung im Vordergrund.»

Pädagogik ist kein Fremdwort

Eine klare Vorstellung von seinen Zielen als Schulratspräsident von Thal hat auch der von der Findungskommission gewählte 58jährige promovierte Chemiker Philippe Auderset. Der Vater von inzwischen vier erwachsenen Kindern will eine attraktive, zukunftsorientierte Schulorganisation für Lehrer, Schüler und Eltern gewährleisten. Zudem möchte er den neuen Lehrplan und das Sonderpädagogikkonzept mit den Behörden und mit Einbezug der Lehrerschaft verantwortungsvoll umsetzen.

Für das Amt habe er sich beworben, weil «die schulische Ausbildung ein wichtiger Pfeiler im Werdegang unserer Jugend ist und es verdient, dass man sich für sie einsetzt». Da er sich vor der Einführung der Einheitsgemeinde drei Jahre als Schulratspräsident der Oberstufenschulgemeinde Thal engagiert habe, bringe er gute Vorkenntnisse mit. «Das Netzwerk der St. Galler Schulgemeinden ist mir aus dieser Zeit bekannt.» Ausserdem wisse er durch zwölf Jahre nebenberuflicher Lehrtätigkeit an Fachhochschulen, was es bedeutet, zu unterrichten. «Pädagogik ist für mich kein Fremdwort.» Für seine Wahl spreche, dass er viel Wissen und Erfahrung aus dem Führungs- und Lehrbereich mitbringe und die geforderten Qualifikationen aufgrund seines Werdegangs abdecke.

Zurück in die Heimat

Keine Erfahrungen als Schulratspräsident, dafür als Personalberater des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums RAV Luzern, als Vertriebsmitarbeiter, Applikationsspezialist und Bauzeichner bringt der parteilose Thomas Mauch mit. Der in Gais aufgewachsene zweifache Vater mit Jahrgang 1965 möchte seine Unvoreingenommenheit in den Rat einbringen und sich für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Thal einsetzten. «Mir ist die Kompetenzentwicklung des Kindes wichtig und die Umsetzung des Lehrplans 21.» Zudem könne er seine Beratungskompetenzen in schwierigen Situationen einsetzen. Thomas Mauch zieht nach etlichen Jahren in der Zentralschweiz wieder zurück in seine Heimat, in die Ostschweiz. Er sei motiviert, sich in die Gemeinde einzubringen und die neue Herausforderung anzupacken.

Eine offene Kommunikation

Voller Tatkraft steckt auch der 45jährige Daniel Walthert. Auf die vakante Stelle sei er durch ein Inserat aufmerksam geworden. Und als er las, dass jemand mit Führungsqualitäten gesucht wird, fühlte er sich angesprochen. «Ich arbeite seit neun Jahren als Informatik-Projektleiter.» Aber nicht nur seine Qualifikation habe ihn zur Kandidatur bewogen: «Thal liegt mir am Herzen. Meine Frau und meine drei Kinder leben seit 1998 hier.» Sein Hauptanliegen sei, mit dem Schulrat sichere Rahmenbedingungen zu schaffen, um ein guter Arbeitgeber zu sein und den Schülern die optimale Ausbildung zu ermöglichen. «Ich stehe für Stabilität, Zuverlässigkeit, Tatkraft und pflege eine offene Kommunikation.» Dass er parteilos ist, sehe er als Vorteil, da er unabhängig von parteipolitischen Diskussionen Entscheide treffen könne.

Miriam Salvisberg Kandidatin, CVP (Bild: pd)

Miriam Salvisberg Kandidatin, CVP (Bild: pd)

Philippe Auderset Kandidat, CVP (Bild: pd)

Philippe Auderset Kandidat, CVP (Bild: pd)

Thomas Mauch Kandidat, parteilos (Bild: pd)

Thomas Mauch Kandidat, parteilos (Bild: pd)