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VIELFALT: Amphibien sollen Espel bevölkern

Pro Natura hat das Biotop Espel vor kurzem von der Stadt Gossau übernommen. Nun plant die Naturschutzorganisation, dort die Artenvielfalt wieder zu vergrössern. Doch das braucht Zeit.
Nina Rudnicki
Das Biotop Espel am Rand von Gossau soll von Pro Natura bis Ende 2019 saniert werden. (Bild: Urs Bucher)

Das Biotop Espel am Rand von Gossau soll von Pro Natura bis Ende 2019 saniert werden. (Bild: Urs Bucher)

Nina Rudnicki

redaktiongo@tagblatt.ch

«Unser Ziel ist es, hier wieder Lebensräume zu schaffen, wie sie für die Amphibienfauna der ehemaligen Auengebiete typisch sind», sagt Christian Meienberger, Geschäftsführer von Pro Natura St. Gallen-Appenzell. Er steht im Biotop Espel am Rande von Gossau. Pro Natura hat das fünf Hektar grosse Gebiet von der Stadt Gossau kürzlich übernommen. Nun plant die Naturschutzorganisation, das Biotop von nationaler Bedeutung aufzuwerten.

Aktuell läuft die Bestandsaufnahme: Meienberger und sein Team zählen die Amphibien, halten fest, welche Libellen und Schmetterlingsarten vorkommen und welche für Auenlandschaften typische Pflanzen im Espel wachsen, wie etwa die Silberweiden. Bis Ende Jahr wird ein Ökobüro dann ein Konzept ausarbeiten. Laut Meienberger soll es im Espel weniger Bäume, mehr Gewässer und mehr Magerwiesen mit grossem Blütenreichtum geben. Das ganze Gebiet soll offener gestaltet werden. «Durch diese Massnahmen möchten wir möglichst viele jener Arten wieder hierher bringen, die den Wert des national bedeutenden Schutzgebietes begründeten», sagt er.

Die Sanierung kostet 200000 Franken

Nicht mehr im Espel vorkommen etwa die Geburtshelferkröte, die Kreuzkröte und der Laubfrosch. Zu den Amphibien, die es noch im Espel gibt, gehören der Bergmolch, der Teichmolch, der Fadenmolch, die Gelbbauchunke, die Erdkröte, der Wasserfrosch und der Grasfrosch. Um die 200000 Franken kostet die Sanierung eines Biotops wie dem Espel im Schnitt. Die meisten Gelder steuert der Bund bei. Meienberger hofft, dass das Projekt in Gossau bis Ende 2019 abgeschlossen sein wird. «Künstlich angelegte Auenlandschaften werden immer wichtiger. Fast alle Flüsse sind eingedämmt und natürliche Auenlandschaften sind durch diese Eingriffe verschwunden», sagt er und betont die Bedeutung von Kies- und Sandbänken, stehenden Gewässern am Rande von Flüssen, schattigen sowie sonnigen Tümpeln als Laichgebiete für Amphibien. Biotope wie der Espel bieten wichtige Ausweichmöglichkeiten.

Doch auch im Espel sind die Bedingungen aktuell nicht mehr ideal. «Es gibt nur noch wenige Kleingewässer im Gebiet und einige davon sind in diesem Jahr bereits sehr früh ausgetrocknet. Daher wurde ein grosser Teil der Amphibienlarven vernichtet», sagt Meienberger. «Wir müssen nun die Anzahl an Laichgewässern erhöhen und das Austrocknungsrisiko besser verteilen», sagt er.

Ein Biotop braucht viel Pflege

Entstanden ist das Gossauer Naturschutzgebiet vor über 30 Jahren. Damals wurde in der ehemaligen Kiesgrube der Abbau eingestellt. Gossauer Schulklassen setzten sich für ein Biotop an diesem Standort ein. Allerdings erfordert es einiges an Arbeit, den Espel instand zu halten. Unter anderem muss alle zwei Jahre das Schilf gemäht und entfernt werden, damit eine Verlandung verhindert werden kann. Zudem muss der Schlamm abtransportiert werden. 2015 beschloss die Stadt Gossau, die bis dato jährlich bis zu 20000 Franken für die Arbeiten ausgegeben hatte, den Unterhalt im Biotop aufgrund des angespannten Stadthaushaltes zu reduzieren. Mit der Übergabe des Espels an Pro Natura St. Gallen-Appenzell wurde nun für alle eine gute Lösung gefunden. Erfreut ist auch die Flig: «Gossau wird mit dieser Lösung ein wertvolles Naturschutzgebiet erhalten können», schreibt die Partei in einer Mitteilung.

Die Naturschutzorganisation engagiert sich für insgesamt 100 Schutzgebiete und -objekte in den Kantonen St. Gallen und beiden Appenzell. «Der Espel passt gut zu uns. Der angrenzende Wald und die Glatt gehören ebenfalls uns», sagt Meienberger. Dort gebe es bereits mehrere Amphibienarten, die Pro Natura auch im Espel wieder ansiedeln möchte.

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