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VIELFÄLTIG: Cliquenfasnacht: Lachfalten ins Gesicht gezaubert

Je später der Abend, desto dichter die Pointen: Die Rorschacher Cliquenfasnacht ist reich an Überraschungen. Auf weitere Auflagen darf man sich freuen.
Thomas Widmer
Beherzter Abschied: die Faltäfäger mit Bandleader Urs Thür (links). (Bild: Thomas Widmer)

Beherzter Abschied: die Faltäfäger mit Bandleader Urs Thür (links). (Bild: Thomas Widmer)

Die Faltäfäger, die während elf Jahren mit spritzigem Guggensound Alters- und Kummerfalten wegfegten, legen sich zum Abschied nochmals richtig ins Zeug, angeführt von Urs Thür, der wie ein entfesselter Pepe Lienhard agiert. «Yes, we can make Rorschach great again!» C. Bleichi, ein Schmuddelmacho, dem Urheber des vorgenannten Zitats nicht unähnlich, einfach ein paar Einkommensklassen tiefer, protzt auf Proloniveau: Er fährt einen Celica und sieht sich als Hafenmauer, auf der sich die Möven – sprich Frauen – gerne niederlassen. Die Meinung, der Islam habe hier nichts verloren, interpretiert er so: Bei der Hafensanierung finde der Taucher täglich Zeug, «wo öpper i Slam verlore hät». Als Fundstücke kommentiert er lokale Themen wie Trischliplatz, Rorschacherberger Logo und Fusionen mit ihren Tücken. So beim FCRG17, der einem beim «Hopp»-Rufen im Hals steckt bleibt.

«Maa sii isch en huere Seich»

Das HGQ - Hoch-Gebirgs-Quintätt - bewegt zu elft mit mitreissender Stimmungsmusik. Mit Rhythmus und Wortwitz folgen die Randständigen: «Z’Rorschach chömed d’Schuelchind kei Ritalin öber, sondern Etterlin.» Dann Szenarien unter dem gegenwärtigen Stadtpräsidenten: Rorschach als geschniegelte City mit 30000 Einwohnern und zubetoniertem Bodensee. Als sich die vier in den Schritt greifen und Schläuche hervorziehen, lässt sich aus dem Publikum ein «Hettsch gärn!» vernehmen. Aber statt eines Penisawards folgt eine Klang-Rhythmus-Performance. Mit fasnächtlicher Pracht stimmt die Postguggä auf Suslä und Wunderli ein. Sie (ein er) als füllige Ostschweizerin, er als gwundriger Zürischnuri. Beim Thema Schlankheit tröstet sich Suslä: «Dänn tuen i halt vo ine gägä d’Falte drucke.» Wunderli zur gescheiterten Teilnahme bei den Anonymen Alkoholikern: «Händ gseit: Sie seged leider scho volle!» Nach klösterlichem Madrigalgesang lassen die Sittestecher die Pointen knallen. «Maa sii isch en huere Seich.» So das Fazit über die Schwierigkeit, die politisch korrekte Männerrolle zu finden. Und Sitzendpinkler bringen sich um das Vergnügen, auf die Pissoirfliege zu zielen.

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