Viele entdecken die Busspur

Mehr Fahrgäste und mehr Umsatz – die Verkehrsbetriebe verzeichnen ständig steigende Zahlen. Dennoch ist Unternehmensleiter Ralf Eigenmann mit der Entwicklung nicht ganz zufrieden.

Fredi Kurth
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Der 1er unterwegs beim Lerchenfeld Richtung Stadtmitte. (Archivbild: Urs Jaudas)

Der 1er unterwegs beim Lerchenfeld Richtung Stadtmitte. (Archivbild: Urs Jaudas)

23 Millionen Passagiere benützten 2006 die Trolley- und Autobusse der Verkehrsbetriebe St. Gallen (VBSG). Vergangenes Jahr waren es gemäss Geschäftsbericht 23,8 Millionen. 2009 ist die Zahl allerdings nur noch um 100 000 nach oben gesprungen. «Wir sind bereits auf einem hohen Niveau angelangt», sagt Ralf Eigenmann, der Unternehmensleiter VBSG. Er hätte gerne etwas höhere Zuwachsraten registriert, kann aber darauf verweisen, dass im Jahr 2009 die Passagiere erstmals vollautomatisch registriert worden sind.

«Zuvor hatten wir die Zahlen bloss geschätzt», sagt Eigenmann, «und nun wissen wir wenigstens, dass wir nicht schlecht geschätzt haben.»

Kostenschere öffnet sich

Die leise Unzufriedenheit mag daher rühren, dass so die genannte Kostenunterdeckung stärker zugenommen hat, von 10,4 Millionen Franken 2008 auf 13,7 Millionen Franken ein Jahr später.

Hier handelt es sich um jenen Betrag, der von der öffentlichen Hand übernommen wird, um die Rechnung ausgeglichen zu gestalten. «Ein Deckungsgrad der Kosten von zwei Dritteln ist dennoch ein guter Wert», sagt Eigenmann.

Aufwand und Ertrag erfuhren vor allem im vergangenen Jahr einen markanten Aufschwung, je von 33,8 Millionen auf ziemlich genau 40 Millionen Franken.

Dies sei nur zu einem kleinen Teil auf die Einführung des Stadtbusbetriebes in Rorschach, Goldach und Rorschacherberg zurückzuführen. Die VBSG hätten einen «vielfachen Leistungsausbau» betrieben. So fahren die Busse seit 2007 eine Stunde länger, bis 00.30 Uhr. Auf der Linie 1 und 4 wurden die Fahrpläne verdichtet, und die Linie 2 wurde verlängert.

«Automaten besser als ihr Ruf»

Solche Angebotsverbesserungen verlangten mehr Personal, das jetzt aus 213 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besteht und erstmals die 200er Grenze überschritten hat. Dabei macht der Seebus acht Stellen aus.

Wie viele Einnahmen durch defekte Automaten fehlen, kann Eigenmann nicht genau beziffern. «Ich werde auch nicht den geschätzten Verlust publik machen, den wir gegenüber dem Lieferanten geltend machen.

» Allerdings seien die Ausfälle nicht so gravierend, weil 85 Prozent der Busbenützer ein Abonnement hätten und bei den andern 15 Prozent viele im Besitz von Mehrfahrtenkarten seien. Ausserdem würden die Automaten besser funktionieren, als von den Medien publiziert werde. Wenn eine vergriffene Münze eingeworfen werde, streike fast jedes Automatensystem.