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«Viele blieben kurz oder länger stehen»

Nach den Terroranschlägen von Brüssel brannten auf dem Bärenplatz Kerzen «für alle Opfer des Terrors und ihre Angehörigen». Hinter der Aktion stand der ökumenische Verein Wirkraum Kirche.
Roman Rieger Leiter Pastorale Arbeitsstelle Katholische Kirche St. Gallen (Bild: Benjamin Manser)

Roman Rieger Leiter Pastorale Arbeitsstelle Katholische Kirche St. Gallen (Bild: Benjamin Manser)

Nach den Terroranschlägen von Brüssel brannten auf dem Bärenplatz Kerzen «für alle Opfer des Terrors und ihre Angehörigen». Hinter der Aktion stand der ökumenische Verein Wirkraum Kirche. Roman Rieger, Mitglied des Vereinsvorstands und katholischer Seelsorger, sagt, warum er bisher die Kultur der Anteilnahme in der Stadt vermisste.

Herr Rieger, nach dem Attentat in Brüssel haben Sie auf dem Bärenplatz eine Gedenkstätte eingerichtet. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Viele Leute sind dort kurz stehen geblieben, andere länger. Jemand hat sich bekreuzigt. Es war ein Ort, um innezuhalten und der Opfer zu gedenken.

Entspricht es also einem Bedürfnis, die eigene Betroffenheit in der Öffentlichkeit auszudrücken?

Das ist schwierig zu sagen. Für einen Teil der Bevölkerung ist es bestimmt ein Bedürfnis. Rund 30 Personen haben Blumen und Kerzen niedergelegt. Wenn man die Kultur der Anteilnahme pflegen würde, hätten es auch mehr sein können. Das war ein erster Versuch.

Fehlt denn die Kultur der Anteilnahme in der Stadt ?

Ja, sie fehlt hier – im Gegensatz zu grösseren Städten wie etwa Zürich. Ich habe mich gefragt, ob es mit dem Naturell der Bevölkerung zusammenhängt, dass es uns schwerfällt, Emotionen zu zeigen. In St. Gallen könnte die Kultur der Anteilnahme noch wachsen.

Warum braucht es sie?

Nach einem solchen Attentat sind die Leute sehr bewegt, wissen aber nicht, wie mit den Emotionen umzugehen. Eine solche Gedenkstätte bietet dabei eine Hilfe und die Möglichkeit, gemeinsam zu gedenken.

Welche Reaktionen hatten Sie auf die Aktion auf dem Bärenplatz?

Wir hatten vorwiegend positive Rückmeldungen. Ich habe aber auch eine kritische Stimme gehört, warum man eigentlich auf einmal so betroffen sei, wenn plötzlich etwas in unserer Nähe passiere. Schliesslich gebe es überall auf dieser Welt Krieg und Opfer.

Wie haben Sie geantwortet?

Wir haben die Aktion bewusst nicht ausschliesslich den Terroropfern von Brüssel gewidmet, sondern «allen Opfern des Terrors und ihren Angehörigen». Innerhalb derselben Woche gab es einen Anschlag in Pakistan. Die Kerzen brannten auch für diese Opfer.

Würden Sie die Aktion wiederholen?

Ja, auf dem Bärenplatz oder beim Brunnen in der Marktgasse. Wir würden wieder dafür sorgen, dass immer mindestens eine Kerze brennt. (cw)

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