Viele bevorzugen die Maitlisek

Dieses Jahr haben sich aussergewöhnlich viele Mädchen bei der Maitlisek angemeldet. Da es ein geburtenschwacher Jahrgang ist, fehlen der städtischen Oberstufe Schülerinnen. Im OZ Rosenau wird erstmals nur eine Sekklasse geführt.

Rafael Rohner
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Lernen unter Mädchen: Für 48 Sechstklässlerinnen ist dieses Jahr die Maitlisek erste Wahl. (Bild: pd)

Lernen unter Mädchen: Für 48 Sechstklässlerinnen ist dieses Jahr die Maitlisek erste Wahl. (Bild: pd)

GOSSAU. Angehende Sekundarschülerinnen können sich in Gossau entweder für die städtische Oberstufe oder die katholische Maitlisek entscheiden. Gemessen an der Gesamtzahl haben dieses Jahr mit 48 Schülerinnen überdurchschnittlich viele die Maitlisek gewählt. Das fällt für die Klasseneinteilung der städtischen Oberstufe insbesondere ins Gewicht, da dieses Jahr ein geburtenschwacher Jahrgang in die Oberstufe wechselt. Hinzu kommt eine weitere Besonderheit. Ungewöhnlich viele Sechstklässler wurden der Real zugeteilt und nicht der Sek. Zum Vergleich: In der Regel besuchen in Gossau und auch kantonsweit rund ein Drittel der Primarschüler die Realschule. Dieses Jahr wurden knapp 50 Prozent der Real zugewiesen. Nochmals weniger Sekschüler bleiben aufgrund der Übertritte ins Untergymnasium Friedberg übrig.

Diese Faktoren zusammengenommen führen nun dazu, dass ab kommendem Schuljahr im OZ Rosenau erstmals nur eine erste Sekundarklasse geführt wird. Realklassen gibt es dort hingegen nach wie vor zwei.

Sekschüler in der Unterzahl?

Wiederholt sich diese Klasseneinteilung auch in den nächsten Jahren, könnten Sekschüler im OZ Rosenau langfristig in die Minderheit geraten. Es wird deshalb hinter vorgehaltener Hand befürchtet, dass das OZ Rosenau zunehmend zu einem Realschulhaus wird. Laut Schulpräsident Urs Blaser ist ein solcher Trend allerdings nicht erkennbar. «Dieses Jahr ist aussergewöhnlich», sagt er. Die Schülerzahlen seien jährlichen Schwankungen unterworfen, genauso verhalte es sich auch bei den Anmeldungen für die Maitlisek. Dies bestätigt auch Magnus Jung, Schulleiter der Maitlisek. Vor fünf Jahren hätten sich zahlenmässig deutlich mehr Mädchen angemeldet als heute, nämlich 56. Damals sei es aber insgesamt ein geburtenstarker Jahrgang gewesen. Gemessen an der Gesamtzahl Sekschülerinnen hätten sich die Anmeldungen bei der Maitlisek in den vergangenen fünf Jahren nur minimal geändert. «Mit leicht steigender Tendenz.» Dieses Jahr ist das anders: «Prozentual gesehen sind deutlich mehr Anmeldungen eingegangen als in den vergangenen Jahren.»

Aus Tradition in die Maitlisek

Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage, warum sich dieses Jahr so viele Schülerinnen für die Maitlisek entschieden haben. Spielt dabei allenfalls der schlechte bauliche Zustand des OZ Rosenau eine Rolle? Schulpräsident Urs Blaser ist überzeugt, dass dies nicht der Grund ist. Wichtiger für die Schulwahl seien andere Faktoren. Eine Rolle spiele etwa die Familientradition oder das Verhalten einzelner Schülerinnen. «Entscheidet sich ein in der Klasse beliebtes Mädchen für die Maitlisek, dann folgen ihr oftmals auch die besten Kolleginnen.» An Vorurteilen gegenüber dem OZ Rosenau liegt es laut Blaser ebenfalls nicht. Schüler wie auch Lehrer im OZ seien zufrieden, die Rückmeldungen «sehr positiv». Dies habe kürzlich zum wiederholten Mal eine Befragung gezeigt. Magnus Jung von der Maitlisek nennt ähnliche Gründe für den Zulauf der Maitlisek wie Schulpräsident Blaser. «Mädchen wählen die Maitlisek zum Beispiel, weil die Kollegin dorthin geht oder die Schwester gute Erfahrungen gemacht hat.» Weitere Gründe seien das Tagesschulangebot, die überschaubare Grösse, persönliche Betreuung oder mädchenorientierte Fächer.

Schwankungen ausgleichen

Für die Durchmischung im OZ Rosenau ist die aktuelle Klasseneinteilung mit nur einer ersten Sek- und zwei Realklassen nicht ideal. Über mehrere Jahre hinaus können die Schwankungen laut Schulpräsident Urs Blaser aber wieder ausgeglichen werden – auch zwischen den beiden Schulhäusern. Ziel sei es, im Oberstufenzentrum Rosenau wie auch im Oberstufenzentrum Buechenwald je zwei Real- und zwei Sekundarklassen zu führen. Die Schüler aus Gossau werden dabei aus geographischen Gründen eher dem Schulhaus Buechenwald zugeteilt, während die Schüler aus Andwil und Arnegg üblicherweise im OZ Rosenau unterrichtet werden.