Viel Lärm um wenig Linienflüge

ALTENRHEIN. Die Stellungnahme des Gemeinderats Thal zum «Objektblatt St. Gallen-Altenrhein» des Bazl ist ungewöhnlich scharf ausgefallen (im Tagblatt vom 5. September). Beide Seiten betonen, der Status des Airports werde nicht verändert.

Rudolf Hirtl
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Linienmaschinen wie jene der People's Viennaline werden aufgrund des österreichischen Widerstandes auch in Zukunft ohne Konzession von Altenrhein abheben. (Bild: Tino Dietsche)

Linienmaschinen wie jene der People's Viennaline werden aufgrund des österreichischen Widerstandes auch in Zukunft ohne Konzession von Altenrhein abheben. (Bild: Tino Dietsche)

Der Airport St.Gallen-Altenrhein ist in der Schweiz der einzige Regionalflugplatz mit Linienverkehr im Status eines privaten Flugfelds. Aus diesem Grund bemüht sich das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) schon seit geraumer Zeit um eine Konzessionierung des Airports am hiesigen Bodenseeufer. Dies, weil nach Luftfahrtgesetz der Betrieb von Linienverkehr eine Betriebskonzession erfordert. Im Konzeptteil des Sachplans Infrastruktur für den Airport St.Gallen-Altenrhein (SIL) ist denn auch festgesetzt, dass der Airport St.Gallen-Altenrhein zu konzessionieren ist, wenn der Linienverkehr ausgebaut wird. Dies wäre beispielsweise dann der Fall, wenn die geplanten Flüge nach London City tatsächlich zustande kämen.

Österreicher rücken nicht ab

Am Flugbetrieb auf dem einzigen privaten Flugplatz der Schweiz würde der SIL allerdings kaum etwas ändern. London scheint in weiter Ferne und auch Airport-CEO Armin Unternährer betont, dass der Sachplan irrelevant sei. «Wir planen weder einen Ausbau noch streben wir eine Konzessionierung an.» Und auch das Bazl hat in der Vergangenheit betont, das Objektblatt diene lediglich zur Festschreibung der ausgehandelten Positionen. Weshalb aber ist im SIL die Konzessionierung weiterhin vermerkt? «Der Staatsvertrag mit Österreich übersteuert, was im Schweizer Luftfahrtgesetz steht», erläutert Bazl-Mediensprecherin Nicole Räz. Und in Koordinationsgesprächen mit Österreich habe sich gezeigt, dass die Regierung des Nachbarlandes von seiner Meinung vorläufig nicht abweiche. Sie spricht damit den Umstand an, dass die österreichischen Behörden die von schweizerischer Seite angestrebte Konzessionierung des Flugplatzes weiterhin ablehnen. Aus Schweizer Sicht sei aber grundsätzlich weiter an einer Konzessionierung des Airports in Altenrhein festzuhalten, weshalb diese auch im Objektblatt bleibe.

Nicole Räz Mediensprecherin Bazl (Bild: pd)

Nicole Räz Mediensprecherin Bazl (Bild: pd)

Weniger Flüge als erlaubt

Der Gemeinderat Thal hat seine Position bei seiner Stellungnahme zum «Objektblatt St.Gallen-Altenrhein» deutlich gemacht; und dies in eher ungewohnt scharfer Form. Pistenverlängerung und einen Ausbau des Flugplatzes lehnt er kategorisch ab und fordert gleichzeitig eine Lärmreduzierung. Welchen Lärm er damit meint, lässt er allerdings offen. «Der Airport hat seinen Ursprung in den Flug- und Fahrzeugwerken Altenrhein. Er gehört zu unserer Gemeinde und ist auch ein wertvoller Arbeitgeber», räumt Thals Gemeindepräsident Robert Raths auf Anfrage denn auch ein. Zudem habe der Airport ein Korsett in dessen Rahmen sich der Betrieb bewegen dürfe. So wären beispielsweise 36 000 Flugbewegungen pro Jahr erlaubt. Diese würden aber seit Jahren deutlich unterschritten.