Viel Lärm um nichts

Als aufmerksamen Tagblatt-Leser verwundern mich die unsachlichen Stimmen, die versuchen, an bewährten Einrichtungen zu rütteln. Eine verschwindend kleine Minderheit rüttelt an unseren Grundrechten auf Ruhe und Ordnung.

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Als aufmerksamen Tagblatt-Leser verwundern mich die unsachlichen Stimmen, die versuchen, an bewährten Einrichtungen zu rütteln. Eine verschwindend kleine Minderheit rüttelt an unseren Grundrechten auf Ruhe und Ordnung. Ich meine die Umstände des Weiterbestehens einer Institution für die junge Generation, das Kugl, sowie die fadenscheinigen Einwände der IG Stiller gegen nächtlichen Glockenschlag.

Unsere Institutionen – Gerichte, Verwaltungen und Politiker – werden immer öfter vom Wesentlichen abgelenkt. Dabei wollen Neuzuzüger bestehende und beliebte Quartier-Eigenschaften über den Haufen werfen, wie wenn man auf ihre Anwesenheit gewartet hätte. Wer die Nähe einer Kirche wählt oder in der Umgebung eines bestehenden Kulturlokals Wohnsitz nimmt, hat kein Anrecht, Bestehendes in Zweifel zu ziehen oder wegen allfälliger Lärmbelästigungen angehört zu werden.

Hier erwarte ich mehr Zivilcourage von den Ämtern, dass man mit solchen Querulanten restriktiver umgeht und Klartext spricht. Die können ja schlicht und einfach dorthin zurückkehren, woher sie gekommen sind. Wenn ein praktizierender Christ von sich sagt, dass er durch die nächtlichen Stundenschläge der Kirchenuhr krank werden könnte, dann ist er in meinen Augen schon krank und gehört in Behandlung. Noch einfacher wäre es, er würde einen Gehörschutz aufsetzen.

Ein wenig mehr Selbsthilfe und Verantwortung sollte gewissen Kreisen, ohne öffentliche Aufmerksamkeit zu fordern, zumutbar sein. Hier wird viel Lärm um nichts gemacht.

Kurt Stadelmann Kräzernstrasse 51, 9015 St. Gallen