VgT stellt Kaninchenzüchter an Pranger

Der Verein gegen Tierfabriken hat gestern vormittag in Gossau gegen einen Kaninchenzüchter demonstriert. Die Kundgebung spielte sich am Rand eines Frühschoppenkonzerts ab, an dem auch der Züchter mitwirkte. Passanten reagierten unterschiedlich.

Johannes Wey
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VgT-Präsident Erwin Kessler und weitere Demonstranten. (Bild: Johannes Wey)

VgT-Präsident Erwin Kessler und weitere Demonstranten. (Bild: Johannes Wey)

GOSSAU. Der Verein gegen Tierfabriken (VgT) spielt auf den Mann: Gestern demonstrierten 16 Tierschützer beim «Freihof» Gossau gegen einen St. Galler Hobby-Kaninchenzüchter. Die Demonstranten nutzten die Gelegenheit, den Mann bei einem Frühschoppenkonzert mit dem Veteranenspiel St. Gallen und Umgebung mit vollem Namen und Adresse an den Pranger zu stellen. «Hör auf!», war unter anderem auf Transparenten und Flugblättern zu lesen.

«Hart an der Grenze»

Unter den Demonstranten war auch VgT-Präsident Erwin Kessler. Er ist der Ansicht, mit diesem Vorgehen keine Persönlichkeitsrechte des Kaninchenzüchters verletzt zu haben – obwohl man sich damit «hart an der Grenze» bewege, wie Kessler einräumte. Der VgT kritisiert die sogenannte Kastenhaltung, bei der die Kaninchen keinen Auslauf haben. Dies sei zwar legal, aber «erlaubte Tierquälerei» und ethisch nicht vertretbar, findet Kessler. Die Demonstration anlässlich des Konzerts sei eine «originelle Gelegenheit» die Leute zu sensibilisieren. Dabei sei es hilfreich, Namen zu nennen. Der Betroffene wollte sich gegenüber dem Tagblatt nicht äussern.

Gespräche, Kritik, Witze

Die Passanten reagierten unterschiedlich. Einige nahmen Informationsmaterial entgegen oder suchten das Gespräch, andere kritisierten das Vorgehen oder machten sich über die Demonstranten lustig. Während der Demonstration war die Kantonspolizei zeitweise mit drei Streifen zugegen.

VgT hat Beschwerde eingereicht

Der VgT hatte im Vorfeld der Demonstration auch Kritik an der «masslos überrissenen» Bewilligungsgebühr von 500 Franken geübt. Wie angekündigt, hat der Verein vergangenen Donnerstag beim kantonalen Verwaltungsgericht eine Beschwerde gegen die Höhe der Gebühr eingereicht. Das Veteranenspiel seinerseits hatte kritisiert, sein Konzert werde «missbraucht».