VERZÖGERUNG: «Wir wollen endlich Gewissheit»

Die schwierige Zusammenarbeit mit der Stadt war an der Hauptversammlung der Voliere-Gesellschaft St. Gallen Hauptthema. Ihr Präsident hofft auf rasche Besserung, bleibt jedoch skeptisch.

Christoph Renn
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Die Voliere wird voraussichtlich 2021 saniert. Zu spät, findet der Präsident der Voliere-Gesellschaft. (Bild: Ralph Ribi (28. Juli 2016))

Die Voliere wird voraussichtlich 2021 saniert. Zu spät, findet der Präsident der Voliere-Gesellschaft. (Bild: Ralph Ribi (28. Juli 2016))

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Die Sanierung der Voliere und der Aussenanlagen im Stadtpark sind um vier Jahre auf 2021 verschoben worden. Diese Botschaft hat Christian Müller, Präsident der Voliere-Gesellschaft St. Gallen, den rund 150 anwesenden Mitgliedern an der 138.Hauptversammlung im Naturmuseum mitgeteilt (siehe Zweittext). Er versuche mit aller Kraft, die dringend benötigten Umbauten doch noch früher realisieren zu können. «Es geht aber einfach nicht vorwärts.» Die Verhandlungen mit den Vertretern der Stadt seien nach wie vor sehr schwierig. «Ich bin mir nicht sicher, dass die Voliere 2021 wirklich wie versprochen saniert wird», sagt Müller. Dann müsste man jedoch ­darüber diskutieren, ob ein weiterer Betrieb noch sinnvoll wäre. ­«Meine Arbeit der vergangenen 30 Jahre soll jedoch nicht umsonst gewesen sein.»

Seit nun zehn Jahren versucht Christian Müller die Stadt von den Umbauarbeiten zu überzeugen – bisher erfolglos. 2012 stand er kurz vor der Bewilligung durch den Stadtrat: «Der damalige Stadtbaumeister Erol Doguoglu hatte das Projekt bereits abgesegnet.» Doch kam alles anders: Erol Doguoglu hat sein Amt an Hans Ulrich Rechsteiner abgegeben, Maria Pappa ist neue Baudirektorin nach Patrizia Adam. «Die Baupläne liegen noch immer vor, doch es tut sich nichts mehr», sagt Müller.

Der Präsident tappt im Dunkeln

Christian Müllers Ärger richtet sich nicht gegen Einzelpersonen. «Wie auch? Über all die Jahre musste ich immer wieder mit anderen Vertretern der Stadt zusammenarbeiten.» Momentan liege der Ball bei Stadtbaumeister Rechsteiner und Stadträtin Maria Pappa. «Ich hoffe noch immer, dass wir eine erste Bauetappe noch vor 2021 realisieren können.» Er tappe jedoch im Dunkeln. Ihm fehle eine klare Begründung, wieso das Projekt wieder um fünf Jahre verschoben wurde – ein erster Zeitplan habe die Realisierung aller Projekte im vergangenen Jahr vorgesehen. «Wir müssen wissen, wie es mit der Voliere weitergeht», sagt Müller. Denn ebenfalls unsicher sei, wie lange sie die Räumlichkeiten im Provisorium im Pfauengässlein behalten können. «Wenn wir diese auch abgeben müssen, wird es immer schwieriger, die Bauarbeiten zu organisieren. Während der Bauzeit brauchen wir Ausweichmöglichkeiten für die Tiere», sagt Müller.

Kein Platz, um Futter zu lagern

Am dringendsten nötig für den Betrieb der Voliere ist laut Müller ein unterirdischer Lagerraum mit Toilette. «Wir brauchen einen geeigneten, trockenen Platz, um das Futter lagern zu können», sagt Müller. Immerhin verfütterten sie pro Jahr rund 600 Kilo ­Kücken, 300 Kilo Mäuse und 200 Kilo Fisch. Tiefgefrorenes können sie im Moment unter dem Frauenpavillon lagern.