Verzicht auf Lustgrabung

Als vor drei Jahren Grabungsexperten den Untergrund der sagenumwobenen Burgruine Rappenstein durchwühlten, fanden sie mehr, als sie erhofft hatten: Keramikstücke, Scherben von Kacheln und Töpfen, nicht zuletzt Kohle von verbrannten Balken.

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Als vor drei Jahren Grabungsexperten den Untergrund der sagenumwobenen Burgruine Rappenstein durchwühlten, fanden sie mehr, als sie erhofft hatten: Keramikstücke, Scherben von Kacheln und Töpfen, nicht zuletzt Kohle von verbrannten Balken. Damit stand fest, dass die Rappenstein durch einen Brand zerstört worden war.

«Immer die Appenzeller»

Ungeklärt bleibt bis heute, ob durch eine Feuersbrunst oder auf gewaltsame Art.

«In Verdacht kommen in solchen Fällen immer die Appenzeller», sagt Denkmalpfleger Martin Schregenberger in einem Anflug von Heiterkeit. «Auch auf einer Exkursion in Vorarlberg wurden sie kürzlich immer wieder als Burgenzerstörer erwähnt.»

Am besten unter der Erde

Die Arbeiten von 2007 auf der Ruine Rappenstein waren keine archäologischen Grabung. Seither sind auch keine durchgeführt worden. «<Lustgrabungen> wären auch nicht erlaubt», sagt Schregenberger.

Dies im Gegensatz zu Notgrabungen, mit denen historische Überreste zutage gefördert werden, bevor auf der Baustelle Bagger auffahren. Damit wird verhindert, dass Zeugen der Vergangenheit undokumentiert durch Bauarbeiten vernichtet werden. Notgrabungen begleiten etwa die Umgestaltungsarbeiten in der südlichen Altstadt. «Sonst befolgen wir den Grundsatz, dass archäologische Güter in der Erde bestens aufbewahrt sind», sagt Schregenberger. (th)