VERWALTUNGSSOFTWARE: VBK für mehr E-Government

Die vorberatende Kommission des St.Galler Kantonsrats beantragt, an der Junisession auf den Sonderkredit Gever einzutreten. Eine Stärkung des E-Governments soll den Bürgern, der Verwaltung, aber auch dem Kantonsrat die Arbeit erleichtern.

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Das Projekt Gever soll auch einen papierlosen Kantonsratsbetrieb ermöglichen. (Bild: Regina Kühne)

Das Projekt Gever soll auch einen papierlosen Kantonsratsbetrieb ermöglichen. (Bild: Regina Kühne)

Die vorberatende Kommission (VBK) beantragt dem St.Galler Kantonsrat, auf den Kantonsratsbeschluss über den Sonderkredit Gever einzutreten, wie die Staatskanzlei mitteilt. Die Kommission spreche sich damit dafür aus, die elektronische Zusammenarbeit sowohl innerhalb der Verwaltung wie auch zwischen Bevölkerung und Verwaltung zu stärken. Zudem soll auch die elektronische Geschäftsführung für den Kantonsrat und seine Organe ermöglicht werden. Diese Stärkung von E-Government soll bürgerfreundliche elektronische Angebote unterstützen und den elektronischen Zugang zu Dokumenten der Verwaltung und des Kantonsrates erleichtern. Unter E-Government versteht man die Möglichkeit, Verwaltungsangelegenheiten elektronisch zu regeln. Immer mehr Behördengänge entfallen so und können am heimischen Computer erledigt werden.

Durch die Einführung der elektronischen Geschäftsverwaltung (Gever) im Kanton St.Gallen werden sämtliche geschäftsrelevanten Daten einheitlich mit einer gemeinsamen Software und nach einheitlich definierten Strukturen verwaltet. Dies erhöhe nicht nur die Rechts- und Datensicherheit, sondern fördere eine effiziente und effektive Bearbeitung der einzelnen Geschäfte und deren Archivierung. Gleichzeitig biete das Projekt die Möglichkeit, bestehende Prozesse in der Verwaltung zu überprüfen sowie zu optimieren und entsprechend anzupassen, wie die Staatskanzlei weiter schreibt. Um die im Projekt angestrebten Effizienzgewinne und Prozessoptimierungen zu kontrollieren, beantragt die vorberatende Kommission einen Auftrag an die Regierung, wonach «spätestens zwei Jahre nach Abschluss des Projekts dem Kantonsrat über die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der elektronischen Geschäftsverwaltung Bericht zu erstatten ist.»

Gever biete daneben die Möglichkeit, die elektronische Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden zu intensivieren und erleichtere die Verarbeitung von Bürgeranfragen. Diese Förderung ist auch ein Eckpfeiler der E-Government-Bestrebungen des Kantons St.Gallen und der St.Galler Gemeinden.

Mit dem Kantonsratsbeschluss über den Sonderkredit Gever wird auch das Projekt zur Ablösung des Ratsinformationssystems (RIS) des Kantons St.Gallen angestossen und mit dem Gever-System vereint. Die vorberatende Kommission sehe durch die Ablösung des über 10 Jahre alten Ratsinformationssystems die Möglichkeit, die Öffentlichkeit mit einer neuen Lösung gezielter, schneller und kundenfreundlicher zu informieren. Zudem möchte die vorberatende Kommission das Präsidium des Kantonsrates beauftragen, den papierlosen Ratsbetrieb zu ermöglichen und so bei der Ablösung des RIS auch die elektronische Zusammenarbeit innerhalb des Kantonsrates zu stärken.

Der Kantonsrat wird das Geschäft in der Junisession 2017 beraten. (red.)