Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

VERURTEILT: Eingebrochen und Automaten geknackt

Ein heute 30-jähriger Mann ist mit 18 Jahren in die Drogenszene geraten und trotz ernsthafter ­ Versuche bisher nicht von ihr losgekommen. Kürzlich stand er wegen Einbrüchen vor Gericht.

Der Schweizer war an der Verhandlung am Kreisgericht St. Gallen geständig. Er beging zwischen dem 1. April und 7. Juni 2016 vor allem in der Stadt St. Gallen diverse Einbruchdiebstähle. Er brach in Waschküchen Münzautomaten auf, entwendete aus zwei Pfarrhäusern Bargeld, Reka-Checks und Migros-Gutscheine, suchte ein Wohn- und Geschäftshaus heim und stahl in Shops Geld und Sandwiches. In einer Tiefgarage entwendete er ein Motorfahrrad und fuhr damit, ohne einen erforderlichen Führerausweis zu besitzen.

Mit gestohlenem Auto und ohne Ausweis unterwegs

Nachdem er bei einem Diebstahl erwischt wurde, in Untersuchungshaft kam und einen Tag später wieder entlassen wurde, dröhnte er sich mit Drogen zu, stahl in einer Tiefgarage einen Jeep, touchierte zwei abgestellte Motorroller und fuhr aus dem halbgeöffneten Garagentor. Den beschädigten Jeep lenkte er unter Drogeneinfluss und ohne Führerausweis von St. Gallen bis nach Grub.

Der Beschuldigte erzählte in der Befragung des vorsitzenden Richters, er sei mit elf Jahren ins Heim gekommen, weil es in der Familie sehr schwierig gewesen sei. Der Heimaufenthalt sei für ihn anfangs nicht leicht gewesen, doch besser als zu Hause. Er habe Angst vor seinem Vater gehabt, von dem auch seine Mutter Schläge habe einstecken müssen. Als er mit 18 Jahren die Volljährigkeit erreichte, zog er nach St. Gallen. «Von da an ging es bergab», betonte der Mann. Er begann Drogen zu nehmen, brach Lehren ab, lebte oft auf der Strasse und wurde immer wieder wegen Einbrüchen verurteilt.

Mit Unterstützung neuen Weg einschlagen

Der Beschuldigte, der zurzeit im vorzeitigen Strafvollzug ist, strebt nach seiner Entlassung einen Neuanfang an. Er wolle nicht mehr in St. Gallen leben, damit er von der Drogenszene loskomme. Er stelle sich begleitetes Wohnen vor und eine Beistandschaft, damit er auf seinem Weg zu einem geordneten Leben Unterstützung habe. Aufgrund seines langjährigen Drogenkonsums sei er vorerst auf Hilfe angewiesen.

Seine Verteidigerin erklärte in ihrem Plädoyer, sie habe eigentlich eine Reduktion der vom Staatsanwalt geforderten Freiheitsstrafe beantragen wollen. Dies habe aber ihr Mandant nicht gewollt, weil ihm bewusst sei, dass er einen Rahmen brauche, um frei vom Drogenkonsum zu bleiben. Im Strafvollzug finde er momentan diese Unterstützung. Er habe zwar ein längeres Vorstrafenregister, doch habe er bei seinen Straftaten nie Gewalt gegen Menschen angewendet. Straffällig sei er immer nur dann geworden, wenn er kein Geld für Drogen und Essen gehabt habe. Als ehemalige Sozialarbeiterin verstehe sie nicht, weshalb er von den Behörden keine bessere Unterstützung bei seinen Ausstiegsversuchen erhalten habe.

Das Kreisgericht St. Gallen verurteilte den Beschuldigten im Sinne der Anklage zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Die Busse senkte es hingegen von 500 auf 300 Franken. Das Gericht erachte es als sinnvoll, dass sich der Beschuldigte mit einer Beistandschaft Unterstützung für seinen nicht einfachen Weg aus der Drogensucht suche, betonte der vorsitzende Richter am Schluss der Verhandlung. Es wünsche ihm sehr, dass er den Tritt im Leben finde und die Sucht überwinde.

Claudia Schmid

stadtredaktion

@tagblatt.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.