VERUNTREUUNG: Vertrauen missbraucht

Der Kommandant der Feuerwehr Horn hat ungerechtfertigt Sold und Benzin bezogen. Dennoch sieht die Gemeinde von rechtlichen Schritten ab.

Simon Roth
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Simon Roth

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@tagblatt.ch

Nicht mit krimineller Energie, sondern aus Not habe der ehemalige Horner Feuerwehr-Kommandant gehandelt, sagt Gemeindeammann Thomas Fehr. Aufgrund ungerechtfertigter Benzin- sowie Soldbezüge hat der Gemeinderat diesen per sofort von seinem Amt freigestellt.

Da es sich um eine persönliche Angelegenheit handle, wollte Fehr auf die Beweggründe des Ex-Feuerwehr-Kommandanten nicht näher eingehen. Er sagt lediglich: «Der Gemeinderat kann die Erklärung zu den Hintergründen nachvollziehen, verurteilt solche Handlungen aber grundsätzlich.»

Vollständige Rückzahlung vorgesehen

Der Gemeindeammann spricht von Enttäuschung gegenüber einem Angehörigen der Feuerwehr, der seit 1990 als Feuerwehrmann und Offizier sowie während 15 Jahren als Kommandant im Dienst stand.

Über die Höhe der veruntreuten Gelder will sich Fehr nicht äussern. «Der Gemeinde ist kein Schaden entstanden», sagt er lediglich und verweist auf die mit dem geständigen Kommandanten getroffene Vereinbarung. Diese regle «die vollständige Rückzahlung aller Ausstände» sowie weitere Modalitäten. Auch über welchen Zeitraum die Vereinbarung gilt, schweigt sich Fehr aus. Weshalb gerade ein langjähriges Mitglied sich auf Kosten der Allgemeinheit bereicherte, bleibt deshalb weiterhin im Unge­wissen.

Fest steht allerdings, dass die ungerechtfertigten Bezüge auf die Jahre 2015 und 2016 zurückzuführen sind. «Die finanziellen Unstimmigkeiten sind durch das interne Kontrollsystem festgestellt worden», sagt Thomas Fehr. Weil der bisherige Kommandant die Richtigkeit der Vorwürfe gegenüber dem Gemeinderat sofort bestätigte und «grosse Reue» zeigte, sehe die Gemeinde Horn ausser einer Rüge und der unmittelbaren Ablösung vom Kommando von weiteren rechtlichen Schritten ab, so Fehr weiter.

Vizekommandant ­übernimmt Verantwortung

Neu übernimmt Hauptmann Willi Frischknecht das Kommando über die Feuerwehr Horn. Der bisherige Vizekommandant trägt nun die Verantwortung über die rund 60 Angehörigen der Feuerwehr. Das Korps sei vorgängig über die Angelegenheit informiert worden. Dort ist die Reaktion und Entscheidung des Gemeinderates laut Fehr auf Ak­zeptanz und Unterstützung für den neuen Kommandanten gestossen.

Doch wer garantiert, dass das Geschehene sich nicht wiederholt? «Bei Führungspersonen gehört ein gewisses Grundvertrauen dazu», sagt Fehr.