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Versteckte Heldinnen und Helden des Alltags

Theres Engeler

Letzthin las ich, dass Verkäuferinnen Heldinnen des Alltags seien. Da freute ich mich, auch wenn ich keine Verkäuferin bin. Das stimmt so punktgenau! Ich zähle zu den Heldinnen und Helden des Alltags auch noch alle, die bei geringem Einkommen etwa im Gastgewerbe, im Putzdienst und für die Müllabfuhr hart arbeiten. Weiter zähle ich jene dazu, die als über 50-Jährige auf den «Müll» unserer Wohlstandsgesellschaft geworfen wurden, sich dann energisch um – mindere – Arbeit bemühen.

Ich zähle zu den Heldinnen und Helden des Alltags auch alle Familienmütter und Familienväter, die täglich in ihren «Stollen» gehen und hart arbeiten, damit es der Familie gut geht. Besonders ziehe ich den Hut vor Hausfrauen (Hausmänner mitgemeint) und Alleinerziehenden, die mit Behörden, dem Umfeld oder gar der eigenen Familie im bitteren, schädlichen Clinch liegen und dabei trotzdem unbeirrt ihren «Liebesweg» gehen. Zu den Heldinnen und Helden gehören all die stillen Schafferinnen und Schaffer, die junge und alte «Füdlis» immer wieder einfühlsam putzen, Erbrochenes wegschaffen, Traurige trösten, sich Zeit für Drogenabhängige nehmen oder alte und gebrechliche Menschen immer wieder anrufen, besuchen und ihnen zur Seite stehen. Heldinnen und Helden sind Menschen, die Strafgefangene und Flüchtlinge nicht allein lassen. Und ganz sicher gehören auch diejenigen dazu, die Behinderungen haben und womöglich darüber noch nie geklagt haben. Es gibt sie überall, diese Heldinnen und Helden des Alltags. Sagen wir ihnen hie und da, wie sehr wir sie bewundern und wie heldenhaft ihr Tun ist.

Wir müssen es ihnen sagen, da wir als Menschen eine Sprache haben, die glücklich oder traurig machen kann. Mut machende Worte, ehrliche Worte sind die beste Medizin für die Seele. Sie verhindern Krankheiten fast gratis. Und Kinder brauchen sie ganz besonders für ihre gesunde Entwicklung. Achtsame Worte sind das «Schmiermittel» in der Liebe. Respektvolle Begegnungen tun gut – zum Beispiel den Verkäuferinnen, die am Donnerstagabend für den Gewinn anderer sinnlos herumstehen müssen, weil die Innenstadt ausgestorben ist. Sie haben einen harten Alltag: Lange zu stehen, ohne absitzen zu können, ohne genügend Flüssigkeit, ohne in Ruhe essen zu können – das alles schadet auch ihrer Gesundheit.

Gute Worte geben allen Kraft für den Alltag. Auch Helden und Heldinnen bauchen das. Wir sollten einfach unbeirrt die für uns so hart arbeitenden Menschen achten und schätzen. Und sie niemals beschimpfen, wenn etwas nicht stimmt. Immer anständig fragen und auch einmal «Danke» sagen. Ehrliche, engagierte Nächstenliebe ist das Wichtigste, und sie kommt meist wieder zurück.

Theres Engeler

Achslenstrasse 4, 9016 St. Gallen

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