Verspätet mit Fernwärme heizen

Nach Verzögerungen geht es vorwärts auf dem Christ-Areal. Die Gemeinde wird die mit Holzschnitzeln betriebene Fernwärmeanlage Ende April in Betrieb nehmen. Zu diesem Projekt sagten die Stimmbürger bereits im November 2009 Ja.

Bea Sutter
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Beat Bosshart, Gemeinderat und Projektleiter, steht im Raum, in den der Heizkessel eingebaut wird. Der Umbau der ehemaligen Christ-Halle für die Fernwärmezentrale erfordert mehr Zeit als erwartet. (Bild: Bea Sutter)

Beat Bosshart, Gemeinderat und Projektleiter, steht im Raum, in den der Heizkessel eingebaut wird. Der Umbau der ehemaligen Christ-Halle für die Fernwärmezentrale erfordert mehr Zeit als erwartet. (Bild: Bea Sutter)

thal. Sie genehmigten damals einen Kredit von zwei Millionen Franken für den Aufbau eines Wärmeverbundes. Geplant war, dass die Holzschnitzel-Feuerungsanlage ab Frühsommer 2010 gebaut und im Herbst 2010 in Betrieb genommen werde. Warum dem nicht so war, erläutert Beat Bosshart, Gemeinderat und Projektleiter.

Umfangreiche Anpassungen

«Ein Jahr Verzögerung ist sicher eine lange Zeit und ungewöhnlich, aber der Terminplan war auch sehr ambitiös», räumt Beat Bosshart ein. Die Holzschnitzel-Feuerungsanlage wird in die kleinere Halle auf dem Areal der früheren Kartonfabrik eingebaut. «Es mussten umfangreiche Anpassungen vorgenommen werden. Der Umbau erforderte mehr Zeit, als wir geplant hatten.» Im Untergeschoss müssen Fundamente und Vorrichtungen für Schnitzelsilo, Heizkessel und Leitungen gebaut werden. «Als allererste Massnahme musste der Heizkessel bestimmt werden. Aufgrund dessen Grösse, Form und Zuleitungen konnten wir den Umbau erst planen», erläutert Beat Bosshart.

Nach Verzögerungen läuft's jetzt

«Im Mai wurde die Holzfeuerungsanlage bestellt», erläutert der Projektleiter. Weil es sich dabei um eine Einzelanfertigung handelt, musste bis zur Lieferung mit vier bis fünf Monaten gerechnet werden. Weitere Verzögerungen von Seiten der Lieferfirma seien dann eingetreten und verantwortlich, dass auch die Projektierung und Umsetzung der baulichen Anpassungen am Gebäude arg in Verzug geraten ist.

«Von jetzt an sollten die Bauarbeiten jedoch plangemäss verlaufen», atmet Beat Bosshart auf. «Wir sind derzeit am Betonieren der Wände und Decken in den Heizungsräumen.» Nach reibungslosem Verlauf könne Ende April die Anlage in Betrieb genommen werden. Er sagt: «Was lange währt, wird endlich gut.»

Und dass der Wärmeverbund für die Gemeinde Thal eine gute Sache sei, sei unbestritten, sagt Beat Bosshart. Das Projekt werde vom «Klimarappen» und vom Kanton St. Gallen unterstützt. Dessen Ziel sei es, die Nutzung erneuerbarer Energie zu fördern. Im Dorf Thal werden ab September alle öffentlichen Gebäude mit Fernwärme aus der Holzschnitzel-Feuerungsanlage beheizt.

Im Herbst wurde in der ersten Etappe die Leitung von der Fernheizzentrale auf dem Christ-Areal bis zum Rathaus erstellt. Die Länge dieser Leitung beträgt 500 Meter. In einer zweiten Etappe erfolgt der Leitungsbau von der «Hächleren» aus in Richtung Oberstufenzentrum und Altersheim Trüeterhof. Ziel sei es, alle öffentlichen Bauten wie Rathaus, Altersheim, Schulen und Kirchen mit Fernwärme zu versorgen.

Auch Bevölkerung interessiert

Aber auch Private, die an der Strecke der Leitungen Liegenschaften haben, können sich dem Wärmeverbund der Gemeinde Thal anschliessen. Beat Bosshart weiss, dass sich schon zwölf Private entschieden haben, sich anzuschliessen. Das zeige, «dass die Gemeinde Thal mit diesem Angebot von ökologisch produzierter Wärme auf dem richtigen Weg ist».

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