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VERSCHUSS: Schlaflose Nächte für die Föbine

Die Ehren-Födlebürger haben mit der Wahl der neuen Föbine eine Frau geehrt, die vor allem hinter den Kulissen wirkt. Polizistin und Boxtrainerin Géraldine Brot setzt sich für Jugendliche ein. Die Auszeichnung widmet sie ihrem verstorbenen Vater Hugo Brot.
Christoph Renn
Polizistin und Boxtrainerin Géraldine Brot. (Bild: Urs Bucher)

Polizistin und Boxtrainerin Géraldine Brot. (Bild: Urs Bucher)

Christoph Renn

christoph.renn@tagblatt.ch

In den Tagen vor dem Verschuss vom vergangenen Samstag hat Géraldine Brot keine ruhige Nacht mehr gehabt. Zu aufgeregt war die neue Ehren-Födlebür­gerin (Föbine) seit der internen Bekanntgabe ihrer Wahl. Das traditionelle Ritual mit der Konfettikanone am Samstagabend zu Füssen Vadians konnte sie dann umso mehr geniessen: «Ich bin überwältigt, dass ich zur neunten Föbine gewählt wurde.» Heuer wird die Polizistin und Boxtrainerin 44 Jahre alt. Als 44. Mitglied gehört sie dem Orden der St. Galler Ehren-Födlebürger an. «Das ist eine riesige Ehre.»

Mit der Stadt und der Fasnacht verbindet Géraldine Brot viele Erinnerungen. «Ich bin in der Stadt aufgewachsen und habe schon als Kind an der Fasnacht teilgenommen», sagt sie. Im Alter von 15 Jahren ist Brot der Guggenmusik Happy-Feger beigetreten. Als Saxofonistin. «Die Gugge hat per Inserat in der Zeitung nach neuen Mitgliedern gesucht.»

Nach ein paar Jahren stellte sie mit Freunden eine eigene Guggenmusik auf die Beine. Mit der Galle-Gang zog sie von Fasnacht zu Fasnacht. Und diese Gruppe sei heute mitverantwortlich für die Strassenfasnacht, wie sie alljährlich in St. Gallen stattfindet. «Wir haben die Bühnen gebaut und Auftrittspläne gemacht», erinnert sie sich. Ohne Geld und ohne Strom. «Wir schleppten Paletten in die Innenstadt und zogen die Bühnenwagen in die Gassen. Und wir mussten jeweils bei den Läden fragen, ob wir etwas Strom für die Akkubohrer anzapfen dürfen.» Insgesamt spielte Géraldine Brot 27 Jahre in der Guggenmusik. Zudem amtete sie eine Zeit lang auch als Präsidentin der Vereinigten Guggen St. Gallen.

Im Gedenken an den verstorbenen Vater

Die 1,80 Meter grosse Frau engagierte sich jedoch nicht nur in der Guggenmusik mit Herzblut. Seit sie ein kleines Mädchen war, begleitet sie das Boxen. Als Tochter der St. Galler Box-Legende Hugo Brot stand sie selber viele Male im Ring. Zudem war sie die erste Frau in der Schweiz, die das Box-Trainerdiplom gemacht hat. Heute präsidiert sie den Boxclub St. Gallen und führt das Lebenswerk ihres Vaters weiter.

Im Ring steht sie nicht mehr. «Dafür bin ich zu alt», sagt Géraldine Brot. Nichtsdestotrotz setzt sie sich jede freie Minute für die Nachwuchsboxer und den Verein ein. Immer im Gedenken an ihren Vater, der im vergangenen Mai verstorben ist. «Die Auszeichnung zur Föbine widme ich ihm», sagt Brot. «Wir waren immer wie ein Herz und eine Seele. Auch heute begleitet er mich jeden Tag.» So werde nicht nur sie mit dem Titel geehrt, sondern auch das Lebenswerk ihres Vaters Hugo Brot.

Von Beruf ist die neue Föbine Polizistin

Gibt Géraldine Brot nicht ihr Wissen über das Boxen an Nachwuchssportler weiter, ist sie als Polizisten bei der St. Galler Stadtpolizei im Einsatz. Ursprünglich hat sie in St. Gallen eine KV-Lehre absolviert. 1995/96 besuchte sie die dann Polizeischule. Wegen ihres Berufes hat Géraldine Brot in der Folge ihren Wohnort von der Stadt aufs Land verlegt – von St. Gallen nach Schönengrund. «Es ist zwar schön, wenn ich auf der Strasse erkannt werde», sagt Brot. Doch geniesse sie die Ruhe auf dem Land, um nach Polizeieinsatz oder Boxtraining zu entspannen.24, 25

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