Verschuldung jetzt bremsen

Wenn wir der nächsten Generation nicht einen riesigen Schuldenberg hinterlassen wollen, dann müssen wir jetzt verantwortungsvoll handeln. Wir müssen jetzt den Steuerfuss erhöhen.

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Wenn wir der nächsten Generation nicht einen riesigen Schuldenberg hinterlassen wollen, dann müssen wir jetzt verantwortungsvoll handeln. Wir müssen jetzt den Steuerfuss erhöhen.

Die Gegner einer Steuerfusserhöhung, insbesondere die SVP, argumentieren damit, dass wir mit dieser Massnahme noch zuwarten können, weil wir noch über ein Eigenkapital von gut 11 Millionen Franken verfügen. Weiter behaupten sie, es gebe noch viel Luft in der Verwaltung.

Dem ersten Argument ist entgegenzuhalten, dass dieses Eigenkapital uns nicht vor einer weiteren Verschuldung schützt. Denn diese Summe liegt nicht einfach auf einem Bankkonto. Es handelt sich lediglich um eine buchhalterische Grösse. Das Geld ist in Sachwerten investiert, von denen nur einige wenige desinvestiert werden können. Das zweite Argument, ist eine plakative, nicht fundierte Behauptung, welche die SVP zwar immer wieder vorbringt. Bis heute hat sie aber keine konkreten Einsparmöglichkeiten aufgezeigt.

Unser Problem sind nicht die getätigten Investitionen, sondern ist die laufende Rechnung. Mit dem Ertragsüberschuss und den Abschreibungen aus der laufenden Rechnung müssen wir unsere künftigen Investitionen finanzieren. Dieser Überschuss fällt allerdings in den kommenden Jahren viel zu tief aus. Nach heutigem Planungsstand fehlen uns jährlich rund 6 Millionen Franken. Die Konsequenz ist klar, entweder verzichten wir auf wichtige Investitionen oder wir verschulden uns weiter um diesen Betrag. Jahr für Jahr. Wollen wir das?

Das Parlament hat zwar den Stadtrat beauftragt, eine Aufgaben- und Leistungsüberprüfung vorzunehmen. Es ist blauäugig zu glauben, dass wir mit dieser Massnahme alleine unsere Finanzprobleme nachhaltig lösen werden.

Wenn wir diese 6 Millionen Franken nur auf der Ausgabenseite einsparen wollen, dann heisst das im Klartext: Abbau von Aufgaben und Leistungen seitens der Stadt und damit verbunden auch ein grösserer Stellenabbau in der Stadtverwaltung und im Lehrkörper. Wollen wir das? Was wir wollen, das können wir selber entscheiden. Wenn wir verantwortungsbewusst und bereit sind, für ein attraktives Gossau einen angemessenen Preis (Steuern) zu bezahlen und eine weitere Verschuldung bremsen wollen, dann stimmen wir am 3. März Nein.

Stefan Harder

Stadtparlamentarier Flig

Parkweg 4, 9200 Gossau