VERRECHNET: La Vita wird 1,9 Millionen teurer

Für den Umbau und die Erweiterung des La-Vita-Seniorenzentrums wird aktuell mit Mehrkosten von rund 1,9 Millionen Franken gerechnet. Damit stehen dem Baukredit von 15,95 Millionen Gesamtkosten von 17,84 Millionen Franken gegenüber.

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Die Baukosten für die Erweiterung des La Vita sind aus dem Ruder gelaufen. (Bild: cot (Dezember 2015))

Die Baukosten für die Erweiterung des La Vita sind aus dem Ruder gelaufen. (Bild: cot (Dezember 2015))

Bereits vor einem Jahr informierte der Gemeinderat Goldach an dieser Stelle erstmals über zu erwartende Kostenüberschreitungen. Damals ging er allerdings noch von deutlich tieferen Zahlen aus. Die Prognose rechnete im Dezember 2015 mit Zusatzkosten von 835000 Franken.

Die Gründe für den Mehraufwand sind laut Gemeinderat vielfältig. Sie liegen zum einen im Kostenvoranschlag selbst. Diesen kürzte der Rat bei der Erarbeitung in Absprache mit dem Architekten um pauschal 10 Prozent. Wie er dies bereits erfolgreich bei der Sanierung des Warteggschulhauses und auch beim Bau des Jugendzentrums praktiziert habe.

Im Fall des La Vita zeige sich nun aber, dass bei derart komplexen Bauvorhaben unvorhersehbare und nicht vermeidbare Positionen auftreten würden. Erschwerend komme hinzu, dass nicht alle Planungskosten, die vor der Kreditgenehmigung aufliefen, in den Kostenvoranschlag einflossen. Dieser fiel damit zum Vornherein um rund 450000 Franken zu tief aus. Schliesslich waren auch die Bauzinsen von gegen 250000 Franken, die bei Bauvorhaben der Gemeinde über den ordentlichen Zinsaufwand abgewickelt werden, nicht im Voranschlag enthalten. Beim La Vita wirkte sich diesbezüglich die Auslagerung in ein öffentlich-rechtliches Unternehmen nachteilig auf die Bauabrechnung aus.

Unvorhergesehenes und Dringliches

Zum anderen verteuerten sich Positionen, weil der effektive Aufwand deutlich grösser war als ursprünglich erwartet, beispielsweise bei den Abbrucharbeiten im Erdgeschoss, bei der Entsorgung, bei den Innentüren oder den Bodenbelägen. Hinzu kamen Positionen, die zwar nicht im Kostenvoranschlag enthalten waren, laut Gemeinderat sinnvollerweise aber im Zuge der Bauarbeiten ausgeführt werden mussten. Dafür genehmigte der Rat entsprechende Zusatzkredite. Hier fällt die Totalsanierung der Küche ins Gewicht, die eigentlich nicht Teil des Bauprojektes war. Mängel zeigten sich erst während der Arbeiten. Allein diese Position schlägt mit 175000 Franken zu Buche. 208000 Franken verschlang die Gesamterneuerung der Kommunikationsanlagen. Bei der Erarbeitung des Voranschlages war laut Gemeinderat Goldach noch nicht bekannt, dass die Swisscom auf Ende 2017 die Analoganschlüsse abschalten und eine aufwendige Umstellung auf digitale Kommunikation für das gesamte Haus nötig wird.

Gemeinderat darf dringliche Ausgaben beschliessen

Auch diese Investitionen hätten sich nicht aufschieben lassen, wäre sie doch, wie bei der Küche, nachträglich viel teurer ausgefallen. Notwendige und dringliche Ausgaben darf der Gemeinderat ohne separaten Kredit beschliessen, auch wenn damit der Gesamtkredit überschritten wird.

Ordentlich kann der Gemeinderat Goldach Mehrkosten bis zehn Prozent des ursprünglichen Kredites genehmigen. Zieht man die unaufschiebbaren Kosten für die Küchensanierung und den Ersatz der Kommunikationsanlage ab, verbleiben in diesem Fall Mehrkosten von 1,508 Millionen Franken oder 9,5 Prozent des bewilligten Baukredites. (Gk./rtl)