VERNETZT: Das Netz wird enger und grösser

50 Bauern aus Untereggen, Rorschacherberg, Eggersriet und Goldach haben sich vernetzt, ökologisch vernetzt. Sie wollen Pflanzen und Tieren mehr und besseren Lebensraum geben.

Marianne Bargagna
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Marianne Bargagna

redaktionot@tagblatt.ch

Begonnen hat alles im Oktober 2011. Damals initiierten Landwirte aus Untereggen das öko­logische Vernetzungsprojekt Schlossweiher. Am 1. Mai dieses Jahres sind nun noch Bauern aus Rorschacherberg und Eggersriet dazugestossen. So hat sich die Zahl der am Projekt beteiligten Landwirte von 20 auf 50 erhöht.

Der Perimeter umfasst heute 2500 Hektar Land, 1250 Hektar davon sind landwirtschaftlich genutzte Flächen, davon wiederum werden 72 Hektar extensiv bewirtschaftet. Peter Brülisauer, Bauer in Untereggen und einer der Initianten sowie Präsident der Projektgruppe, sagt, dass sich der Perimeter neu über vier Zonen erstreckt, die Tal-, Hügel- und Bergzonen 1 und 2. Der tiefste Punkt liege 396, der höchste 996 Meter über Meer.

Neues Zuhause für Tiere

Die beteiligten Landwirte haben sich für die zweite Vertragsdauer von acht Jahren viel vorgenommen. So sollen zusätzlich zu den bestehenden 84 Einzelbäumen weitere 50 gepflanzt werden. Primär Linden, denn diese liefern die Nahrungsgrundlage für das Braune Langohr. Oder zusätzliche Nistkästen für den Gartenrotschwanz und den Steinkauz. Letzteren gebe es in der Nordostschweiz nur noch an ein paar Orten, unter anderem in der Gegend des Schlossweihers, sagt Brülisauer. Und fügt an: «Wir wollen keine neuen Tiere anziehen, sondern dafür sorgen, dass jene, die in der Gegend sind, auch da bleiben.» Darum sollen bis in den nächsten acht Jahren 160 Nistkästen beziehungsweise natürliche Nistgelegenheiten im Gebiet des Vernetzungsprojektes geschaffen werden.

Aber auch an die Erdkröte denken die Bauern. Für diese Kröte und weitere Amphibien­arten sollen im Perimeter vier bis fünf neue Teiche oder Tümpel erstellt werden. Brülisauer freut sich: «In den vergangenen Wochen sind bereits zwei neue Tümpel realisiert worden.» Geplant sind weiter acht Eidechsenburgen an sonnigen Standorten. Und in Zusammenarbeit mit Schulklassen sollen 60 Wildbienen­hotels gebaut und aufgehängt werden. Vieles kreucht und fleucht also im ökologisch vernetzten Schwalbenschwanz-Gebiet in den vier Gemeinden. Und vieles gedeiht, blüht und reift. An Hochstamm-Obstbäumen zum Beispiel. In den vergangenen Jahren wurden etwa 300 neue Hochstämmer gepflanzt. Gegenwärtig gibt es im Perimetergebiet knapp 8200 Hochstammbäume. Dabei soll es nicht bleiben. Die Hochstamm-Feldobstgärten sollen in den nächsten acht Jahren weiter gefördert werden. Aber auch auf Hecken und extensiv bewirtschaftete Wiesen haben die Landwirte ein Auge geworfen. So sollen auf zehn solcher Wiesen Blumenwiesenansaaten erfolgen.

Geld für extensiv bewirtschaftete Wiese

Dass die ganze Planung und die Pflegemassnahmen nicht umsonst zu haben sind, versteht sich von selbst. Peter Brülisauer sagt, dass die Planung für die Erweiterung und zeitliche Verlängerung des Vernetzungsprojektes rund 37000 Franken gekostet habe. Dieser Betrag wird gedeckt mit Beiträgen des Kantons, der beteiligten Gemeinden und der Landwirte. Letztere können für ihre Bemühungen aber auch mit finanziellen Beiträgen im Rahmen der Direktzahlungen des Bundes rechnen; zum Beispiel bekommen sie für eine Are extensiv bewirtschafteter Wiese zehn Franken, für einen Hochstamm-Obstbaum fünf Franken.