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VERKLEIDEN: Jedem seine Maske

Kostüme sind von der Fasnacht nicht wegzudenken. Besonders am Umzug und an Kostümpartys ist die Vielfalt an Verkleidungen gross. Ein Kostüm ist dieses Jahr besonders beliebt – und das hat einen Grund.
Luca Ghiselli
Am Umzug wird’s bunt: Verkleidungen und Kostüme sind am Fasnachtssonntag allgegenwärtig. (Bild: Michel Canonica (26. Februar 2017))

Am Umzug wird’s bunt: Verkleidungen und Kostüme sind am Fasnachtssonntag allgegenwärtig. (Bild: Michel Canonica (26. Februar 2017))

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Sie gehören zur Fasnacht wie Guggen, Schnitzelbänkler oder Konfetti. Und doch sind sie auf der Gasse, vor allem abends, nur selten anzutreffen: kreative und witzige Verkleidungen. Morgen Donnerstag startet die St. Galler Fasnacht. Hier scheinen die Fasnächtler aber eher zurückhaltend, wenn es um die Kostümierung geht. Vor allem an der Gassenfasnacht ist die Kostümierung in St. Gallen eher spärlich. Geht man in der närrischen Zeit abends durch die Stadt, trifft man nur auf wenige Kostümierte, in der Fasnachtsbeiz im Waaghaus zeigt sich ein ähnliches Bild.

Ausnahmen sind dabei der grosse Umzug am Fasnachtssonntag, an dem nicht nur viele Kinder, sondern auch Erwachsene kostümiert kommen. Und diverse Bälle und Kostümpartys wie der Ohrenball, der Ball im Adlersaal in St. Georgen oder der Vampirball, der dieses Jahr erstmals in der Stadt veranstaltet wird.

Vampire haben Hochsaison

Verkleiden sich die St. Galler Fasnächtler etwa nicht gern? Für Kostümverleihe ist während der Fasnacht Hochsaison. Agnes Faisst, Geschäftsführerin von Kostümverleih Jäger, sagt: «Die St. Gallerinnen und St. Galler verkleiden sich. Man muss sie aber dazu animieren.» So sei es je nach Lokal, Motto und Programm verschieden, was beim Kostümverleih besonders nachgefragt werde. «Freie Maskenbälle gibt es in der Stadt nur noch wenige.» So seien dieses Jahr Vampirkostüme besonders beliebt, weil ein Ball mit entsprechendem Motto stattfinde.

Auch für den Kostümverleih Jäger ist die Fasnacht Hochsaison. Generell könne man festhalten, dass sich junge Fasnächtler häufiger und lieber verkleiden als ältere. «Für die Jungen hat es an der St. Galler Fasnacht aber weniger Anlässe», sagt Agnes Faisst. Deshalb sei es eine Überlegung wert, in Zukunft da etwas nachzuhelfen. Kostüm Jäger spezialisiere sich auf «hochwertige Fasnachtskostüme», sagt Faisst. Und diese erfreuten sich einer nach wie vor hohen Nachfrage. «So kleiden wir zum Beispiel jedes Jahr die Föbü-Gäste ein.»

Schon früh zum Maskieren motivieren

Für Pius Jud, Schulleiter, Primarlehrer und Umzugs-Verantwortlicher der St. Galler Fasnachtsgesellschaft, ist das Maskieren eine Herzensangelegenheit. Seit Jahren nimmt er mit seinen Klassen selbst am Umzug teil – und bastelt die Masken und Kostüme dafür gleich gemeinsam mit den Kindern im Werkunterricht. «Eine Maske selbst zu machen, ist Ausdruck von Kreativität.» Seine Klasse gehe gerne an den Umzug – und habe auch Freude an der selbst gemachten Verkleidung. «Dieses Jahr nehmen aber nur noch zwei Schulklassen am grossen Umzug teil», sagt Jud. Oft komme es auf die einzelnen Schulen und Lehrer an. Doch in der Schule sei viel los, die Herausforderungen an die Lehrpersonen gross, und der Zusatzaufwand für die Fasnacht beträchtlich. «Wenn der Klassenlehrer kein Fasnächtler ist, dann macht er bestimmt auch nicht mit.» Am Sonntag zieht er mit seinen Schülerinnen und Schülern als Aliens durch die St. Galler Innenstadt.

Die Stadt ist kein einfaches Pflaster

Doch St. Gallen sei verglichen mit anderen, ländlicheren Gemeinden in der Umgebung oder grossen katholisch geprägten Städten wie Luzern oder Basel kein einfaches Pflaster für die Fasnacht. Gehe man zum Beispiel nach Lenggenwil, sehe man hauptsächlich Junge an Ball und Umzug. «Und alle sind verkleidet.» Das liege einerseits daran, dass dort die Fasnacht aus Landjugend oder Jungwacht-Blauring gewachsen ist. Andererseits sei die Stadt St. Gallen «historisch gesehen keine Fasnachtsstadt», sagt Pius Jud. Deshalb bleibe das Ziel, die fünf Fasnachtstage beizubehalten und möglichst viele junge Narren in die Beiz, zu den Schnitzelbänken und an den Umzug zu locken. Nicht zuletzt mit Hilfe von Änderungen wie dem neuen, blinkenden Fasnachts-Pin oder dem Kinderschminken in der Multergasse.

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