VERKEHRSVEREIN: TCS verliert Mitglieder

An der 90. Hauptversammlung beklagte die TCS Regionalgruppe sinkende Mitgliederzahlen. Im Zentrum standen Wahlen sowie das Mobilitätskonzept 2040.

Manuela Bruhin
Drucken
Teilen
Die Abstimmung zur Güterbahnhof-Initiative wurde an der TCS-Versammlung als Erfolg verbucht. (Bild: Ralph Ribi und Benjamin Manser)

Die Abstimmung zur Güterbahnhof-Initiative wurde an der TCS-Versammlung als Erfolg verbucht. (Bild: Ralph Ribi und Benjamin Manser)

Manuela Bruhin

redaktiongo

@tagblatt.ch

Das Oberstufenzentrum Mühlizelg in Abtwil war bis auf den letzten Platz gefüllt, als am vergangenen Dienstag die 90. Hauptversammlung der TCS Regionalgruppe St. Gallen und Umgebung abgehalten wurde. «Ich freue mich besonders, hier in Abtwil zu sein», erklärte Marcel Aebischer, Präsident der Regionalgruppe St. Gallen und Umgebung, vor rund 160 Teilnehmern. Schliesslich sei er hier aufgewachsen und habe seinen Wohnort mittlerweile wieder hierher verlegt.

Die Wahlen standen an der Hauptversammlung im Fokus. Seit drei Jahren präsidiert Aebischer die Regionalgruppe und stellte sich für weitere drei Jahre zur Wiederwahl. Einstimmig wurde er bestätigt, ebenso die weiteren Vorstandmitglieder Brigitta Thür, Hansruedi Bürki und Edi Neuschwander. Ihre beiden langjährigen Kollegen, Christoph Hug und Franz Koller, traten hingegen aus dem Vorstand zurück. Als Nachfolger wurden Heidi Zgraggen und Mathias Brander gewählt.

In seiner Ansprache hielt Aebischer Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr. Hier bewegte in erster Linie die Abstimmung über die Güterbahnhof-Initiative in der Stadt St. Gallen, welche er als «eminent wichtige, wenn nicht gar eine Jahrhundert-Vorlage» bezeichnete. Diese verlangte einen Verzicht auf einen Autobahnanschluss auf dem Güterbahnhofareal in St. Gallen, damit das Areal für eine fortschrittliche städtebauliche Entwicklung frei bliebe. Ende Februar wurde die Initiative bachab geschickt. «Der TCS wird sich auch weiterhin aktiv für die dringend notwendige Entlastung des Strassennetzes in der Stadt und der Umgebung einsetzen», sagte Aebischer weiter.

Keine Verkehrsträger verteufeln

Dem TCS liege auch im laufenden Jahr eine ausgewogene Mobilität am Herzen. Gerade im Hinblick auf das viel diskutierte Mobilitätskonzept 2040. Es sollen nicht nur, wie es das Konzept beabsichtigt, der öffentliche und Langsamverkehr gefördert werden. Vielmehr betont Aebischer, dass «jeder Verkehrsträger seinen Platz haben soll.» Es sei wichtig, die Bedürfnisse der kommenden Jahrzehnte und Generationen mit einem ausgewogenen Mix der einzelnen Verkehrsträger zu befriedigen. Und nicht einzelne zu Gunsten anderer «zu verteufeln». Ein solches sinnvolles Miteinander hat die eingereichte Mobilitätsinitiative zum Ziel. Die Volksabstimmung ist nicht vor 2018 zu erwarten.

An der Hauptversammlung wurden die Teilnehmer auch dazu aufgefordert, um etwaige Neumitglieder zu werben. Im vergangenen Jahr mussten Kurse aufgrund mangelnder Anmeldungen abgesagt werden. Immer weniger Leute wüssten um den Einsatz des TCS im Interesse der Verkehrsteilnehmer. «Das schlägt sich schweizweit in sinkenden Mitgliederzahlen nieder», bedauerte Aebischer. Der TCS sei nicht nur Pannenhilfe und Reiseversicherung. Vielmehr würde er sich für alle Verkehrsteilnehmer einsetzen. «Er lohnt sich für alle.»