VERKEHRSUNFÄLLE: 2016 starben auf St.Galler Strassen 14 Menschen

2712 Unfälle haben sich im vergangenen Jahr auf St.Galler Strassen ereignet, wie die Verkehrsunfallstatistik der Kantonspolizei St.Gallen zeigt. Damit bewegen sich die Zahlen im Bereich des Vorjahres. 1117 Menschen wurden bei den Unfällen verletzt, 14 starben.

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Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der A23 bei Rapperswil-Jona kamen am 3. September 2016 zwei Menschen ums Leben. (Bild: Kapo SG)

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der A23 bei Rapperswil-Jona kamen am 3. September 2016 zwei Menschen ums Leben. (Bild: Kapo SG)

Auf Schweizer Strassen starben im vergangenen Jahr 216 Menschen. Das sind 37 Personen und damit 15 Prozent weniger als 2015, wie das Bundesamtes für Strassen (Astra) am Dienstag mitteilte. Im Kanton St.Gallen gab es 2014 eine Trendwende: Die Zahl der Verkehrstoten ging von 23 auf 13 - auf den tiefsten Stand seit 1947 - zurück. 2016 gab es mit 14 Verkehrstoten ein Opfer mehr als im Vorjahr.

«Auch die Zahl der Unfälle hat sich in den letzten drei Jahren eingependelt, obwohl sich Jahr für Jahr mehr Fahrzeuge auf den Strassen bewegen», sagte Christian Aldrey, Leiter der St.Galler Verkehrspolizei, am Dienstag vor den Medien. Insgesamt registrierte die Kantonspolizei 2016 leicht weniger Verkehrsunfälle - die Zahl nahm von 2748 auf 2712 ab.

"Eingerostete" Velofahrer sollen traninieren
Die Zahl der Schwerverletzten ist zwar von 205 auf 190 gesunken, die Zahl der Verletzten stieg jedoch leicht von 1096 auf 1117 an. Die meisten schweren Unfälle ereignen sich auf Haupt- und Nebenstrassen innerorts. «Aus diesem Grund konzentrieren wir unsere Geschwindigkeitsmessungen auf den Innerorts-Verkehr», sagte Aldrey. Auf der Autobahn herrsche dagegen eine «entspannte» Situation. Auf der St.Galler Stadtautobahn gebe es zwar viel Stau, aber weniger Unfälle (-14).

Stark zugenommen haben Unfälle mit E-Bikes. Auch wenn die Zahl der E-Bikes im Verkehr um 14 Prozent zugenommen habe, sei die Verdoppelung auf 46 Unfälle besorgniserregend, so Aldrey. «Vor allem die ältere Generation ist beim Fahren mit E-Bikes gefährdet.» Die Polizei appelliert an die Selbstverantwortung der E-Bike-Fahrer. Wer jahrelang nicht mehr Fahrrad gefahren sei, müsse den Umgang mit dem E-Bike erst trainieren.

Stark angestiegen sind auch die Unfälle auf dem Schulweg (+50 Prozent). Betroffen seien vor allem 13- bis 15-Jährige. Leicht zugenommen haben die Unfälle auf Fussgängerstreifen.

Erstmals in der Verkehrsunfallstatistik aufgeführt wurden Unfälle auf den Baustellen. An den 53 (+23) Unfällen waren vor allem drei «Hotspots» beteiligt: die Kreisel-Baustelle in Wil, die Absenkung der Kantonsstrasse in Thal/Buriet und der Neubau der Zollbrücke in St.Margrethen.

Drogenschnelltests werden abgeschafft
Hauptursache der Unfälle (584) ist Unaufmerksamkeit am Steuer. 2016 nahm die Zahl der Unfälle mit Ursache Ablenkung aber um 54 ab. Die Lenker sind durch Handy, Navi oder Unterhaltungselektronik abgelenkt. «Abgelenkte Fahrer sind im Blindflug unterwegs», sagt Aldrey. Abgenommen haben auch Unfälle, bei denen Alkohol oder Betäubungsmittel mit im Spiel waren.

Im vergangenen Oktober führte die Kantonspolizei St.Gallen die beweissichere Atemalkoholprobe ein. Eine Blutprobe wird nur noch bei Verdacht auf Betäubungsmittelkonsum, auf Verlangen der betroffenen Person oder in Ausnahmefällen durchgeführt. Die Resultate der Atemprobe würden akzeptiert, die neuen Geräte hätten sich bewährt. Nur in einem Fall sei eine Blutprobe verlangt worden.

Die St.Galler Polizei testete im vergangenen Jahr zudem eine neue Methode, um fahrunfähige Lenker aus dem Verkehr zu ziehen. Neu wird auf die Beobachtungsgabe der Polizisten gesetzt. «Die Trefferquote war sehr hoch», sagte Aldrey. Die? Methode soll bis 2018 flächendeckend eingeführt werden. Drogenschnelltests haben danach ausgedient. (sda)