Verkehrsumleitung in der Kritik

ST.GALLEN. Wegen des Baus des Spisertor-Kreisels wird derzeit ein Teil des Verkehrs über die Rehetobelstrasse und die Tablatstrasse umgeleitet. Auf beiden Strassen wird allerdings gebaut. Das sei verkraftbar, sagen Stadt und Kanton.

David Gadze
Merken
Drucken
Teilen

Der Bau des Kreisels am Spisertor lässt einige Bewohner am östlichen Stadtrand rotieren. Sie kritisieren das Verkehrskonzept: Stadtauswärts werden Autos über die Singenbergstrasse, die Steingrüblistrasse und die Molkenstrasse umgeleitet. Lastwagen und Busse hingegen müssen den Umweg über Speicherschwendi nehmen und dabei auf die Rehetobelstrasse oder die Tablatstrasse ausweichen (Grafik). Auf beiden Strassen ist die Durchfahrt wegen Bauarbeiten und Lichtsignalen erschwert.

Bauarbeiten bis im Oktober

Das hat im Osten der Stadt zu Reklamationen geführt. Ein Leser aus dem Achslen-Quartier schrieb, er sei nun «im Sandwich» und werde durch Busse und Autos gebremst. In der Rehetobelstrasse führt die Stadt Werkleitungsarbeiten durch und erneuert anschliessend den Strassenbelag. Auch in der Tablatstrasse werden bis Anfang Mai Werkleitungen ersetzt, ehe der Kanton mit den Strassenarbeiten beginnt. Beide Strassen dürften erst im Oktober fertiggestellt sein – also etwa gleichzeitig mit dem Kreisel.

Koordination findet statt

Den Verantwortlichen sei bewusst gewesen, dass die Umleitung über zwei Baustellen nicht ideal sei, sagt Christian Hasler, Bereichsleiter Verkehr beim Tiefbauamt der Stadt St. Gallen. «Die Alternative wäre gewesen, entweder den Kreisel später zu bauen oder die Werkleitungen später zu erneuern.» Zudem sei es aufgrund der grossen Zahl an Baustellen in der Stadt praktisch unmöglich, sie so zu koordinieren, dass sie sich nicht aufeinander auswirken. «Wenn wir bei jeder Umleitung berücksichtigen müssten, dass an einem anderen Ort der betreffenden Route Bauarbeiten durchgeführt werden, dann können wir nicht mehr effizient bauen.»

Hasler weist auch den Vorwurf der betroffenen Anwohner zurück, Kanton und Stadt würden sich bei der Koordination der Bauarbeiten nicht absprechen. «Natürlich reden wir miteinander und stimmen die Arbeiten so gut wie möglich aufeinander ab. Im konkreten Fall haben wir gemeinsam entschieden, dass die Verkehrsbehinderungen verkraftbar sind.»

Kanton rechnet mit Verteilung

Ähnlich begründet Titus Tobler vom kantonalen Tiefbauamt die Verkehrsumleitung. Die Einschränkungen seien tolerierbar. «Wir gehen davon aus, dass sich der zusätzliche Verkehr auf die beiden Strassen verteilen wird», sagt der Leiter des Strassenkreisinspektorats St. Gallen. Wer aus der Stadt ins Appenzellerland fahre, werde die Route über die Rehetobelstrasse nehmen, während jene, die von der Autobahn her kommen, die Tablatstrasse nutzen dürften. Dasselbe gelte in umgekehrter Richtung, da sonst mindestens drei zusätzliche Ampeln passiert werden müssten.

Beim Kanton stünden in den kommenden Jahren so viele Bauprojekte in der Stadt St. Gallen an, dass eine Verschiebung der Bauarbeiten in der Tablatstrasse nicht in Frage gekommen sei, sagt Tobler. Ausserdem hätten sich dadurch die Verkehrsbehinderungen bloss verlagert. «In den nächsten Jahren wird beispielsweise die Rorschacher Strasse im Bereich Neudorf bis Zil saniert. Wir hätten also dasselbe Problem an einem anderen Ort gehabt.» Zudem hänge immer noch «das Damoklesschwert der Autobahnsanierung» über allem; zu jenem Zeitpunkt würden keine grossen Baustellen auf den Kantonsstrassen im Raum St. Gallen und den angrenzenden Gebieten geplant.

Gallusplatz bleibt gesperrt

Der Bau des Kreisels wirkt sich auch auf die Verkehrsführung in der südlichen Altstadt aus. Der Zubringerdienst für die Moosbruggstrasse erfolgt über den Gallusplatz, der Anfang Januar für den Durchgangsverkehr gesperrt wurde. Die Sperrung sei aber nicht aufgehoben, sagt Benjamin Lütolf, Mediensprecher der Stadtpolizei. Die Polizei werde auch weiterhin Kontrollen durchführen und fehlbare Autofahrer büssen.