Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Verkehrspforten an der Stadtgrenze

Die Stadt will die täglichen Staus auf den Hauptverkehrsachsen an den Siedlungsrand verschieben. Dazu sind rund um St. Gallen sogenannte Pförtneranlagen geplant, die den Verkehr dosieren. Dazu braucht es flankierende Massnahmen. Der Zeitplan für die Einführung ist noch offen.
David Gadze

Staus gehören im Berufsverkehr längst zum Alltag. Auch in St. Gallen. Jeden Morgen ergiesst sich der Verkehr aus der Agglomeration in die Stadt und verstopft vorübergehend die Hauptachsen. Das soll sich ändern: Vor den «Toren» der Stadt sollen Pförtneranlagen mit Lichtsignalen entstehen, die den Verkehr auf den städtischen Strassen dosieren, damit er besser fliesst. Am Montagabend haben Vertreter der Stadt sowie der Kantone St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden die Pläne vorgestellt.

Flüssiger, verträglicher, sicherer

Der St. Galler Regierungsrat Marc Mächler betonte, dass der Verkehr im Zuge des Bevölkerungswachstums weiter zunehmen werde. Das wirke sich insbesondere auf die Zentren aus. Ein Verkehrsmanagement sei «zwingend notwendig», um den Verkehrsfluss zu steigern oder zumindest möglichst lange auf dem heutigen Niveau zu halten. Gemäss Sascha Bundi, Leiter Mobilität und Planung beim Kanton, ist das Strassennetz im Raum St. Gallen bereits heute «hoch belastet und in den Spitzenstunden sogar überlastet».

Mit der geplanten Engpassbeseitigung auf der Stadtautobahn, also der dritten Röhre durch den Rosenberg sowie dem unterirdischen Anschluss zum Güterbahnhofareal und in die Liebegg, könnten langfristig die Verkehrsprobleme der Stadt entschärft werden, sagte die städtische Baudirektorin Patrizia Adam. Kurz- und mittelfristig sei es aber «dringend nötig», durch eine gezielte Verkehrssteuerung Abhilfe zu schaffen. Dadurch werde der Verkehr «flüssiger, verträglicher und sicherer», was letztlich allen Verkehrsteilnehmern (und den betroffenen Quartieren) nütze.

Pförtneranlage in der Liebegg

Um dieses Ziel zu erreichen, will die Stadt in den kommenden Monaten und Jahren an praktisch allen Einfallsachsen Pförtneranlagen in Betrieb nehmen (siehe Grafik). Dies ist auch im städtischen Mobilitätskonzept als Massnahme vorgesehen. Eine dieser Pförtneranlagen soll in der Liebegg entstehen, um das Riethüsli vom Verkehr aus dem Appenzellerland zu entlasten. Diese Massnahme war in der Vergangenheit mehrfach Thema von politischen Diskussionen. Christian Hasler, Bereichsleiter Verkehr beim städtischen Tiefbauamt, hielt denn auch fest, dass es sich um die politisch heikelste Massnahme handle.

Staus an Stadtrand verlagern

Die Lichtsignale der Pförtneranlagen sollen die Autos so lange zurückhalten, bis der Verkehr flüssig fahren kann. Gemäss Hasler geht es also nicht darum, Staus zu verhindern, sondern sie dorthin zu verlagern, wo sie am wenigsten stören – an den Siedlungsrand. Oder wie Marianne Koller, Regierungsrätin des Kantons Appenzell Ausserrhoden, sagte: «Wenn wir verhindern wollen, dass der Verkehr kollabiert, müssen wir das gemeinsam verursachte Problem auch gemeinsam lösen.» Ausserdem werde es für Autofahrer durch das Wissen um diese «künstlichen Staus» einfacher, ihre Fahrzeit zu planen.

Für die Einführung der Pförtneranlagen müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein, sowohl technischer als auch infrastruktureller Art. Einerseits müssten die Pförtneranlagen mit den davor liegenden Lichtsignalen und den Verkehrsmessstationen verbunden werden, um sie koordiniert steuern zu können, sagte Hasler. Anderseits brauche es genügend grosse Stauräume, damit sich die Rückstaus nicht auf die umliegenden Strassen auswirken. Ausserdem müsse mit flankierenden Massnahmen sichergestellt sein, dass es zu keiner Verkehrsverlagerung in die Quartiere komme, beispielsweise bei der Pförtneranlage von Wittenbach nach St. Gallen über die Bruggwaldstrasse. Des weiteren braucht es bei den Pförtner-Standorten separate Busspuren, damit der öV ungehindert fahren kann. Diese sind bereits in Planung.

Zeitplan noch unklar

Auch bei den Autobahnausfahrten Kreuzbleiche, Winkeln, St. Fiden und Neudorf soll der Verkehr mittel- bis langfristig dosiert auf die städtischen Strassen kommen. Dazu brauche es aber noch Abklärungen mit dem Bund, sagte Hasler. Wann welche Pförtneranlage in Betrieb genommen wird, steht noch nicht fest. Jene in der Liebegg könnte mit Eröffnung der Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen Ende 2018 kommen. Dort ist auch die Frage noch ungeklärt, ob die Postautolinie 180 von Stein nach St. Gallen neu bei der Lustmühle wenden wird.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.