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VERKEHRSLÄRM: In den Stuben der St.Galler bleibt es laut

An vielen Strassen in der Stadt St.Gallen ist der Verkehr zu laut. Sie hätten bis im März saniert sein sollen. Kanton und Stadt sind jedoch in Verzug. Der Zeitpunkt der Lärmsanierung ist in den meisten Fällen ebenso unklar wie die Massnahmen.
David Gadze
Auf diversen Strassen in der Stadt St.Gallen werden die Grenzwerte für den Strassenlärm überschritten. Hier ein Bild am Unteren Graben. (Bild: Ralph Ribi/Archiv)

Auf diversen Strassen in der Stadt St.Gallen werden die Grenzwerte für den Strassenlärm überschritten. Hier ein Bild am Unteren Graben. (Bild: Ralph Ribi/Archiv)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Auf diversen Strassen in der Stadt St.Gallen werden die Grenzwerte für den Strassenlärm überschritten, stellenweise sogar stark. Auf vielen bleibt das vorerst so, obwohl bis im März die Lärmsanierungen auf allen Kantons- und Gemeindestrassen in der ganzen Schweiz hätten abgeschlossen sein müssen. Diese Vorgabe wird im Kanton St.Gallen jedoch verfehlt – und zwar um mehrere Jahre. In ihrer Antwort auf einen Vorstoss von Kantonsrat Ruedi Blumer (SP, Gossau) schreibt die Regierung, dass ab 2018 noch rund 190 Abschnitte auf Kantonsstrassen zu sanieren sind. Sie geht davon aus, dass die Lärmsanierungen erst 2025 abgeschlossen sein werden. Die Lärmbelastung ist jedoch auch auf vielen Gemeindestrassen auf Stadtgebiet zu hoch. Deshalb ist auch die Stadt in der Pflicht.

Am Ende sind es oft Schallschutzfenster

Die Stadt hat verschiedene Lärmsanierungsprojekte in Arbeit. Wann hingegen die betroffenen Abschnitte auf Kantonsstrassen in St. Gallen bezüglich des Lärms saniert sein werden, sei unklar, sagt Sascha Bundi, Leiter Mobilität und Planung beim kantonalen Tiefbauamt. Als Basis für die Priorisierung der Projekte dient der kantonale Lärmbelastungskataster. Nebst der Frage, wann welcher Abschnitt saniert wird, ist das Wie der zentrale Punkt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Lärmbelastung zu verringern: Lärmschutzwände, Temporeduktionen oder lärmarme Beläge, sogenannte Flüsterbeläge. Wo keine dieser Massnahmen aus Sicht der Verantwortlichen zielführend ist, werden als Ersatzmassnahme die betroffenen Liegenschaften mit Schallschutzfenstern ausgestattet. So plant es der Kanton beispielsweise im Abschnitt Rosenbergstrasse/Unterer Graben – was bei der öffentlichen Auflage des Projekts im vergangenen Sommer prompt eine Einsprache des VCS auslöste. Er forderte ein Gutachten zur Einführung von Tempo 30 in jenem Abschnitt.

Welche Massnahmen im konkreten Fall zweck- und verhältnismässig seien, hänge von vielen Faktoren ab, sagt Bundi. Die heutigen Flüsterbeläge eigneten sich nicht für Strassen auf einer Meereshöhe von über 600 Metern. Sie seien aufgrund ihrer Oberflächenbeschaffenheit zu wenig dauerhaft. «Neue Beläge sollen da Abhilfe schaffen.» So testet die Stadt ab diesem Sommer an der Burgstrasse einen Flüsterbelag (siehe Text unten). Und Lärmschutzwände seien im besiedelten Gebiet keine sinnvolle Option. Zum einen aus städtebaulichen Gründen, da sie mehrere Meter hoch sein müssten, um den Schall bis in die oberen Stockwerke zu schlucken. Zum anderen verlören sie bei Unterbrechungen, etwa aufgrund von Verzweigungen mit anderen Strassen, oft ihre Wirkung.

Räder machen mehr Lärm als Motoren

Auch der Effekt von Temporeduktionen sei gerade auf den viel befahrenen Hauptachsen gering, sagt Bundi. Dort sei für die Lärmbelastung nicht in erster Linie die Geschwindigkeit massgebend, sondern vor allem die Menge lauter Fahrzeuge wie Busse, Lastwagen oder Motorräder. Deren Motoren würden bei langsamerem Tempo nur wenig leiser. Und nebst dem Motorengeräusch sei das Rollgeräusch der Fahrzeuge ein massgeblicher Faktor für die Lautstärke des Strassenverkehrs. Es steige durch immer grössere und schwerere Fahrzeuge und breitere Reifen. Gemäss Bundi dominiert bei neueren Personenwagen das Rollgeräusch bereits ab 20 km/h, bei Lastwagen ab ungefähr 35 km/h.

Für die Einhaltung von Tempo 30 brauche es ausserdem bauliche Massnahmen, sagt Christian Hasler, Bereichsleiter Verkehr beim städtischen Tiefbauamt. Auf Hauptachsen seien diese schwierig umzusetzen. Blitzkästen könnten allenfalls punktuell als «Controlling-Massnahme» dienen, nicht aber zur Durchsetzung der Tempobeschränkung auf längeren Abschnitten. «Tempo 30 allein löst das Lärmproblem nicht.»

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