Verkehrskonzept überwindet Gemeindegrenzen

RORSCHACH. Damit der Autobahnanschluss Witen in der Region eine echte Verkehrsentlastung bringt, müssen flankierende Massnahmen umgesetzt und Anpassungen am Verkehrskonzept vorgenommen werden. Gestern abend haben Regierungsräte und Gemeindepräsidenten Pläne dazu präsentiert.

Rudolf Hirtl
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Der Stadthofsaal war gestern abend an der Infoveranstaltung beinahe voll. (Bild: Rudolf Hirtl)

Der Stadthofsaal war gestern abend an der Infoveranstaltung beinahe voll. (Bild: Rudolf Hirtl)

Kantonsingenieur Urs Kost freute sich in seiner Anmoderation über den mit gegen 500 Leuten sehr gut gefüllten Stadthofsaal und sprach von einem beispielhaften Prozess. «Eine ganze Region zieht für das Verkehrskonzept am selben Strick, und dies ohne Behinderung durch Gemeindegrenzen. Aus diesem Grund übernimmt der Kanton auch gerne den Lead.» Regierungsrat Beni Würth informierte über aufgegleiste und noch in Planung stehende Verbesserungen beim öffentlichen Verkehr. Die Komplexität des Themas erfordere, dass alle Bereiche ineinander griffen. Die S-Bahn bezeichnete er als Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs, die S-Bahn St. Gallen 2013 als Quantensprung. Der Halbstundentakt bringe eine wesentliche Verbesserung. Der Seebus habe sich grundsätzlich gut eingeführt. Er könnte zwar noch besser benutzt werden, doch erfahrungsgemäss daure es eine gewisse Zeit, bis sich das Mobilitätsverhalten ändere. Wichtig sei, den hausgemachten Verkehr so nachhaltig wie möglich zu organisieren. Dafür würden 2014 bei der definitiven Einführung des Seebusses die Linien so angepasst, dass keine ganzen Schleifen mehr gefahren werden müssten, um etwa ins Zentrum von Rorschach zu kommen.

Noch keine fixen Termine

«Die Verkehrsprobleme der Region Rorschach sind bekannt, Ursache dafür ist die zunehmende Mobilität», stellte anschliessend Regierungsrat Willi Haag fest, der über den Stand Konzept Autobahnanschluss Witen informierte und dabei festhielt, dass sich diese Variante in der Vorprüfung als beste Lösung gezeigt habe. Damit sei der Verkehr am schnellsten aus der Region wegzubringen. Werde der Autobahnzubringer nicht realisiert, so würden bis ins Jahr 2025 im Bereich Meggenhus bis Kronenkreisel bis zu 28 000 Fahrzeuge täglich verkehren. Für eine zweispurige Hauptstrasse wäre dies nicht zu verkraften. Aktuell liege das Genehmigungsprojekt vor. Die Reihenfolge wie weiter fortgegangen werde, stelle er bewusst ohne Termine vor, so Haag, «denn morgen wird noch nicht gebaut.» Klar sei hingegen, dass der Bund nie einen Autobahnanschluss alleine bewillige, flankierende Massnahmen seien ein Muss. «Zwei Rosinen» aus dem Paket flankierender Massnahmen präsentierte Marcel John, Kantonsingenieur-Stellvertreter. Nämlich die Unterführung Industriestrasse und das Konzept Stadtportal mit dem Knoten Sulzbergstrasse. Beide Projekte brächten grosses Entwicklungspotenzial für die umliegenden Quartiere.

Pro-Komitee gegründet

Kantonsrat Jürg Bereuter ergriff in der Fragerunde als erstes das Mikrophon und gab unter dem Raunen des Publikums bekannt, dass sich nun auch ein breitabgestütztes Komitee «Pro Autobahnanschluss Witen» gegründet habe. FDP-Fraktionskollege Andreas Hartmann zeigte sich überzeugt, davon, dass es für die Region eine Riesenchance sei, wenn das Projekt zusammen umgesetzt werde und dabei auch kritische Stimmen nicht ausser Acht gelassen würden.

Ein ausführlicher Bericht folgt in der Ausgabe von morgen Mittwoch.

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